Die Technik und wenn diese mal nicht funktioniert…

(aber dazu komm ich erst später.)

Der 3. Tag meiner halben Weltreise begann wieder mit der starken Tasse schwarzen Kaffees im Bett (ein schon lieb gewonnenes Ritual), doch diesmal, nicht wie heute   Blog schreibend, sondern, ich habe Züge gecheckt, denn morgen geht zum Balaton. Aber da „morgen“, ja gestern übermorgen war und ich heute über gestern schreibe, hatte ich noch lange Zeit mir einen passenden Zug zu suchen. Kleine Notiz an mich: heute ist schon heute und morgen geht es los, also heute Nachmittag Zug buchen!

Nach einem schönen Spaziergang durch das wunderschöne Budapest, nahm ich mein Frühstück in einem ungarischen Café namens „Starbucks“ ein. Nach dem 2. Schluck schmeckte der „Pumking Spiced Frappuchino“ auch richtig lecker und das Croissant mit Ham und Cheese war auch sehr deliziös. Die Tomaten hab ich draufgelassen (normalerweise entferne ich diese unverzüglich), ein bisschen „gesund“ muss sein, rückblickend auf meine bisherige Ernährung der letzten Tage!

Heute stand nicht „strolling“ sondern „flanieren“ an! Ich war auf dem Weg zur Andrássy út, der Champs-Élysées Budapests.

Vorbei an Gucchi, Louis Vuitton, Nespresso (Georg Clooney war nicht zu erblicken) und Breitling… mein Flanieren zwischen den Einkaufenden dieser Läden, fühlte sich dann eher wie trampeliges Latschen an…egal, schöne Läden, schöne Straße.

Da ich mich mit dem Stadtplan nicht unbedingt vorher auseinandergesetzt habe, war ich freudig überrascht „auf einmal“ vor einer, doch sehr ansehnlichen großen Kirche zu stehen.

Die Basilika von St.-Stephan stellte sich mir so in den Weg, dass ich nicht anders konnte, als ein Ticket für Kirche und Turm zu kaufen. (Hier zeigten sich die erste Hürde, die ich heute mit der Technik, bzw. der Digitalisierung hatte).

Von Faulheit geprägt und in der Annahme, um einiges schlauer zu sein als meine Mitmenschen, stellte ich mich nicht an die lange Ticketschlange an, sondern kaufte das Ticket online. Allerdings dauerte der Prozess, bis die Anfrage durch war und mir das Ticket zugestellt wurde 45 Minuten. Die Bestätigungs-E-Mail kam ruckzuck, nur das eigentliche Ticket hatte Übertragungsschwierigkeiten.

So kam ich aber in den Genuß, von einer Bank aus, auf der ich wartete, viele Menschen beobachten zu dürfen. Die italienische Lehrerin, die mit ihren pubertierende Schülern, verwirrt und etwas aufgelöst (konnte ich sowas von nachvollziehen!) hin- und her rannte, die Jugendlichen dabei ständig im Schlepptau, der Wiener, der seiner Frau die Welt mansplainte und der Obdachlose, der die Touristen darauf hinwies sich einzucremen, da die Sonne sehr stark war.

Das Ticket kam (eigentlich hatte ich damit schon gar nicht mehr gerechnet), ich betrat die Basilika, eine riesige, wirklich schöne Kirche, fand viele betende Menschen auf den Kirchenbänken vor (bei näherem betrachten, stellte ich allerdings fest, dass diese nur das Haupt gesenkt hatten, um auf ihr Handy zu sehen), meckernde Amerikaner (warum es denn so heiß wäre, normalerweise ist es in Kirchen immer kühler als draußen) und ich fragte mich, ob das alles, so schön die Basilika auch ist, den Preis wert war. Dass es den Preis in der Tat wert war, habe ich dann oben auf der Plattform festgestellt, denn die Aussicht war bombastisch (mal vom engen Weg, dem stickigen Aufzug und meiner leichten Platzangst abgesehen!)!

So und dann ging der digitale Wahnsinn erst richtig los:

meine Unterkunft ist „Schlüsselfrei“, d.h. man braucht einen Code für die Eingangs-, Zwischen- und Appartementtür. Dieser ist für alle drei Türen der selbe. Eingangstür hat noch funktioniert, dann war Stillstand. Der Code wurde mehrfach abgelehnt und eine Rezeption gibt es nicht. Zum Glück ist mir eingefallen, dass in irgendeiner der Nachrichten irgendwo eine Telefonnummer stand (bei Check24, meinem Buchungsportal ist diese nicht zu finden). Ja, das System sei grade ausgefallen, ein Techniker schon auf dem Weg zu ihnen , sie könnte mich jetzt „remote“ reinlassen.

Just an diesem Abend wollte ich aber weg und meine Befürchtung, dass die das nicht bis zum Abend hinkriegen wuchs.

Teilweise konnten sie das Problem lösen, ich bekam einen neuen Code…der auch funktionierte, nur der neue Code (es war ein anderer, ich bekam also zwei verschiedene Zahlenkombinationen) für die Haupttür ging nicht. Zig SMS hin- und her, eine Lösung konnte nicht gefunden werden und wie lange das Büro über SMS erreichbar wäre, wurde mir nicht mitgeteilt.

So suchte ich mir also, während ich vietnamesisches Essen in einem Restaurant an der Donau zu mir nahm, ein „Plan B -Hotel mit 24 Stunden Rezeption“… just in case, dass ich nachts nicht reinkam.

Donaufahrt mit Unlimined Aperol-Spritz, Hugo und Prosecco, das hatte ich gebucht. War mir anfangs nicht sicher, ob ich das machen soll…so alleine…, aber da ich nun die nächsten Monate nur mit mir verbringe, will ich auf sowas dann auch nicht verzichten! Also, gebucht!

Und ich muss sagen: es hat sich gelohnt! Die Getränke waren jetzt nicht ganz so der Burner, aber die Atmosphäre, die Musik und Budapest bei  Nacht mit einem Drink in der Hand, das hat auf jeden Fall was!

(Jetzt schaue ich auf die Uhr und sehe, dass es schon 10:00 morgens ist und ich immer noch am Tippen bin!

Dies ist auf jeden Fall eine der Dinge, die ich auf meiner Reise lernen will: ich hab alle Zeit der Welt und muss mich nicht stressen lassen, auch, wenn es jetzt „schon 10 Uhr“ ist und ich immer noch im Bett liege!)

So, um das Rätsel aufzulösen, in welchem Hotel ich aufgewacht bin: Ich habe einfach den uralt Code versucht und tadaaaa, die Tür öffnete sich.

(Ich muss fairerweise zugeben: so locker, wie ich darüber schreibe, habe ich mich allerdings nicht gefühlt. Es ist schon ein echt scheiß Gefühl in einer fremden Stadt zu sein und nicht zu wissen, ob man nachts wieder in sein Hotel/Zimmer reinkommt.)

Jetzt knurrt der Magen…ich muss los…auf geht es über die Pfütze nach Buda!

Hinterlasse einen Kommentar