und der erste am Balaton.
In einer Stunde muss ich auschecken und da ich mal wieder viel zu früh viel zu fertig und bereit bin, überbrücke ich die Wartezeit mit schreiben. Langes Warten ist heute eh noch vorprogrammiert, da mein Zug erst in 3 Stunden fährt und ich zweieinhalb Stunden vor der Eincheckzeit vor Ort, also am Balaton sein werde. Davon geh ich jedenfalls aus, denn ich fahre ja mit der ungarischen und nicht der Deutschen Bahn.
Der Tag gestern verlief dann doch etwas anders als geplant, aber ich bin ja flexibel und, versuche wenigstens, auf meine Schwingungen zu hören (schwing-schwing).
Ich beschloß die Pfütze dann doch nicht zu überspringen und in Pest zu bleiben und mir das Jüdische Viertel besser anzuschauen. Ich habe zwar auch mein, voll digialisiertes, vercodetes (bitte das „c“ nicht durch ein „k“ ersetzen), Hotel in diesem Viertel, allerdings liegt dieses in der ruhigen Ecke.
Vorbei an zig Bars, Restaurants, Cafés zog es mich dann doch, für einen Zwischenstopp zur Frühstücksaufnahme, hinein in das „Vinyl and Wood“-Café. Super süß (wie auch der Kaffee in Ungarn) war es da und ich bestellt einen leckerer (wusste natürlich vorher nicht, dass er lecker war…aber er war es…sogar sehr lecker!) Avocado-Toast (diesmal mal kein Croissant) und den, oben in der ersten Klammer erwähnten, Kaffee.
Dann schlenderte ich die Straßen entlang zum Mika Tivadar Secret Museum. Ein Hostel, das im Keller ein kleines Museum hat, welches die Geschichte des Hauses, der Familie, des Viertels veranschaulicht.
Ein tolles Hostel und ein beeindruckendes kleines Museum, was mir nochmal verdeutlichte, dass ich grade mitten im ehemaligem Jüdischen Ghetto stehe.
Nach dem Besuch, wurde mir dann noch ein Prosecco ausgegeben, da ich auf Google eine Rezension hinterlassen habe (meine erste überhaupt, aber was tut man nicht alles für ein Glas italienische Schaumweins), um dann im Anschluss meiner Schwingung (schwing-schwing) zu folgen und, trotz der frühen Mittagsstunde, zurück in mein Appartement zu gehen. Es war mir draußen zu heiß, ich hatte keine Lust mir noch was anzusehen, der Schlüßelcodestress von gestern hing mir noch etwas nach und überhaupt: „My trip, my rules!“
Nachdem ich mir auf Youtube Filme über Budapest, das Ghetto, Gelbsternhäusern und der Versenkung der Juden in der Donau angeschaut habe, war mir eh nicht mehr nach weggehen.
Der nächste Morgen (also heute…ja, dieser Blogeintrag umfasst tatsächlich 2 Tage…naja, heute bis 15:00 oder so) stand ganz im Sinne des Zusammenpackens, der Verwunderung, warum der Koffer gar nicht mehr zu geht, obwohl ich einiges in den Rucksack verpackt habe, der Angst, dass der Kofferreißverschluss platzt, sowie der Erleuchtung, warum es Menschen gibt, die Gurte um ihre Koffer schnallen.
Nach einem netten Gespräch mit einer der Reinigungskräfte und Sandy (aka Sandra), die mich zurückrief, weil ich mit meinen Wurschtfingern bei WhatsApp versehentlich auf den Telefonhörer kam und dann wieder auflegte (war schön, Deine Stimme zu hören 🩷), wartet ich (und ich hatte ja lange Zeit zum Warten) am Budapest Déli.
Mit meinem Schrankkoffer nahm ich dann im Zug eine ganze Viersitzbank ein und fand mich plötzlich auf der anderen Seite wieder – normalerweise rege ich mich über solche Menschen auf!
Traue niemals einer KI, auch das musste ich heute (erneut) lernen, weder die Angabe, dass es Toiletten im Zug gibt (vorsorglich war ich, samt Reiseutensilien schon mal auf dem Bahnhof in Budapest), noch welche Bahnhöfe vor meiner Station kommen (ich wollte mich ein wenig orientieren), noch die Wegbeschreibung (einfach, flach und höchstens 10 Minuten mit einem großen Koffer) haben gestimmt, aber wenigstens habe ich Augen, Ohren und Mund…und Hände und Arme, um das Gepäck über Steinwege 16 Minuten rauf und runter zu ziehen. Anfang der 2000er gab es mal ne Fernsehshow The simple life mit Paris Hilton und Nicole Richie… so kam ich mir vor…nur weniger glamourös und mit hochrotem Kopf.
Jetzt sitze ich vor meiner Hütte, die sogar Klimaanlage hat (für insgesamt 9 Euro, mehr für die ganzen 5 Nächte, wurde sie mir angeboten) auf dem Campingplatz, darf endlich gleich Bücher lesen, da es hier kein WLAN zum Filmestreamen gibt und schaue was der Tag sonst noch zu bieten hat!
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