Heute mache ich mal nix… falls man selbstreflektieren und die Woche Revue passieren lassen „nix“ nennen kann. Auf jeden Fall bewege ich mich nicht viel vom Fleck, nur zum Balaton hin und zurück (und nachher noch einmal vor die Tür für ein Abendessen).
Nachdem ich entspannt wach geworden bin (einem Sonntag würdig), meine kleinen Rituale samt Meditation und Augenliedpflege, die in den Wechseljahren, jetzt tägliche Pflicht bei mir geworden ist, erfolgreich hinter mich gebracht habe, machte ich mir nen schnellen Kaffee (diesmal ganz nach Campingplatz Manie: ein Kaffeetüttchen 3 in 1 im aufgekochten Mineralwasser ertränken) und schaute mir die Bahnstrecken Ungarns an, um mein nächstes Ziel zu planen.
Kistelek sollte es sein!
Doch leider waren in Kistelek alle 2 Hotels, die dieser Ort hat, schon ausgebucht. Dann eben nicht Kistelek!
Dann eben… Szeged! Ist größer (sogar Ungarns drittgrößte Stadt) und soll sehr schön sein!
Nach einem ebenso fürstlichen Frühstück wie gestern, packte ich diesmal zu den Badesachen noch meine neu erstandenen Kopfhörer ein und einen fetten Block, inklusive Schreibwerk, da ich mir ein paar Notizen bezüglich „Reflexion“ und „was ich so brauche, damit es mir gut geht“ und so, machen wollte (besser mal alles aufschreiben, die Wechseljahrs-Demenz lässt mich nämlich selten im Stich!).
…Es wird immer weniger an Menschen hier, ein recht seltsames Gefühl…
Der Balaton ließ heute echte Nordsee-Gefühle, genauer gesagt Husumer Bucht – Gefühle in mir hochkommen! Der Wind, die angenehme Temperaturen, die Möwen und das Geräusch der Wellen…noch dazu die wiesige Fläche zum Liegen.
Als dann eine Busladung angetagter Touristen kam, wurde das Gefühl nur noch bestärkt.
Musik auf den Ohren (die Kopfhörer sind mir irgendwie ein wenig zu groß…aber vielleicht besteht ja die Chance, dass mein Schädel, durch all die gewonnen Eindrücke, die noch folgen werden, ein bisschen wächst), Schwalben über mir, die dann im Schilf abtauchen, Bus-Touristen, die sich lachend an den Händen halten, als sie ins „Watt“ reinmarschierten, 2 Frauen, die sich (wieder) offen ihre Zuneigung zeigen (dürfen)… Eigentlich ein Tag, nur zum Glücklichsein!!!
Wenn da nicht die Wahl heute in Sachsen-Anhalt wäre, deren blau-braunen Ausgang ich mehr als befürchte…
Ich höre „Punk ist tot“ von Swiss & den Anderen und versuche an das Gute im Menschen (weiterhin) zu glauben und, dass Angst, Hass und Schuldumkehr durch fehlenden Selbstreflektion sich nicht lange halten werden… Die Hoffnung und so…die, die zuletzt stirbt…
Apropos Selbsreflektion: die letzte Woche (die erste Woche meiner halben Weltreise) hat sich schon angefühlt wie 3 Wochen, was aber nicht negativ zu deuten ist!
Mutiger und spontaner werden, an mich und meine Intuition glauben, Dinge mit Humor nehmen und Sprache nicht als (große) Hürde wahrnehmen, Erwartungshaltungen minimieren, Gefühle akzeptieren und… Sport, das (und noch einiges mehr) waren die Antworten zu meinen Fragen auf der „Suche in mir/nach mir/für mein Selbst“. (Auf das Ergebnis „Sport“ hätte ich verzichten können, aber so hab ich wenigstens meine Laufsachen, nicht umsonst eingepackt (und rumgeschleppt!)).
„Können Wimpern eigentlich ankokeln, wenn ich mit Brille in der Sonne liege?“… mit diesem Gedanken döse ich noch ein wenig auf der balatonischen Wiese, bis ich mich, im sonntäglichen Müßiggang, langsam wieder auf den kilometerlangen Marsch über den Campingplatz zur allerletzten Campinghütte des besagten Platzes begebe.
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