…mehr sind auf dem ganzen Campingplatz nicht mehr zu finden!
Selbst meine Nachbarn, eine Familie mit einem kleinen Kind (und dessen Großeltern, die ein anderes Bungalow bewohnten) sind nun weg! Ausser dem Kind, hat sich kein weiteres Familienmitglied getraut mit mir zu reden, als sie merkten, dass ich kein Ungarisch kann. Daß sie nicht unfreundlich, sondern einfach nur verunsichert waren, merke ich stehts, wenn ich, ihr demonstratives Wegschauen, einfach ignorierte und nett grüßte. Das wurde immer sehr freundlich erwidert!
Und nun sind die auch weg…
Nicht nur das, sondern auch der Sommerfahrplan der ungarischen Bahn ist weg und wurde durch den Herbst/Winterplan ersetzt, was für mich bedeutet: ohne Auto sitze ich hier fest!
Naja, ganz so dramatisch ist es auch nicht: es fährt genau eine Bahn nach Siofók um 11:20 und ich hätte auch ein Bolt-Taxi für umgerechnet 34 Euro nehmen könne. Da aber auch die Fähre, die ich von Siofók nach Balatonfüred nehmen wollte, seit gestern einem neuen Fahrtplan untersteht, der zwar ein eventuelles Hin- (allerdings nur in Verbindung mit der 34 Euro-Taxi-Version), dafür aber auch ein „Vielleicht-komm-ich-dann-aber-nicht-mehr-zurück“ beinhaltete, habe ich mich für ein : „Dann-eben-nicht-Balatonfüred“ und ein „ich-gehe-ganz-auf-in-der-September-Trisstes-des-Platzes-und-werde-lesen-und-Hörbuch-hören-und-melancholisch-sein“ entschieden.
Gestern hat mich, angesichts des Koffer-Chaoses, dann doch die Einsicht ereilt, ein wenig strategisch zu packen (also erstmal alles unstrukturiert raus, um dann mit Plan wieder reinzuräumen). Das hat dazu geführt, dass, unverständlicher Weise, mir der Kofferinhalte noch mehr vorkam als in Budapest…als hätte ich übelst krasse Zauberkräfte, die die Menge der Klamotten, durch Anfassen und Bewegung verdoppeltvielfacht!
Der Campingplatz wird leerer, mein Koffer irgendwie voller und da die Moskitos nun nicht mehr viel Auswahl an menschlichen Anzapfsäulen hatten, beschlossen sie, gestern Nacht, mir einen Besuch abzustatten. Ha, aber da haben sie nicht mit mir und meinem Deet 40% gerechnet (also mit mir wahrscheinlich schon, sie hatten es ja auf mich abgesehen! Aber nicht mit meiner Abwehr-/Selbstverteidigungs-Strategie!)!
Allerdings beinhaltete diese Notwehr-Aktion meinerseits, auch einen Lerneffekt für mich, nämlich: wenn man Deet 40% in die Luft über sich versprüht, sollte man nicht den Kopf anheben, um nachzuschauen, ob das Zeug auch oben angekommen ist…Es kommt nämlich auch wieder, in kleinen Tropfen, nach unten… glücklicherweise hat meine Brille das meiste abgefangen, aber gebrannt hat es trotzdem in den Augen.
Danach hatte ich allerdings eine ruhige, wenn auch, geruchstechnisch gewöhnungsbedürftige, Nacht!
Nun aber wieder ein kleiner Zeitsprung zurück zu heute!
Nachdem der Plan für einen, nicht depressiven, aber bocklosen, Tag gefasst war (also, dass ich auf dem leeren (ich kann es nicht oft genug schreiben) Campingplatz bleibe), ereilte mich plötzlich wieder die „Aber-es-hat-ja-gar-nichts-auf-und-ich-muss-essen-und-trinken“-Panik. Kurz nachgedacht und kalkuliert: mein Knäckebrot und Salami und Erdnussbutter langen, zielgerecht eingeteilt so, dass ich nicht verhungern muss und was das Wasser betrifft, das koch ich einfach ab, bevor ich es zu mir nehme (schmeckt zwar scheiße, aber es geht und passt irgendwie zu diesem „Tag der Ödnis“).
So verbringe ich nun meinen letzten Tag am Balaton ohne Balaton, ohne Fährfahrt und ohne Menschen.
Morgen geht es dann weiter nach Szeged. 2 maliges Umsteigen und Abteilsuchen, da ich beim letzten Zug ein Platzticket habe. Und weg von Nachsaison und Menschenleere.
Szeged ist übrigens Partnerstadt von Darmstadt…Also nur so am Rande.
So, das war’s für heute…Adiós und Sziasztok und bis morgen!
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