Zwei Mutproben an einem Tag

Die Mutproben haben zwar gestern stattgefunden, aber trotzdem sind sie einen Titel wert!

Die erste dieser Challenges, fand kurz nach Beendigung des letzten Blockeintrages statt.

Für die meisten ein Kinkerlitzchen oder sogar eine wahre Freude, für mich jedoch Überwindung pur!!!

Lieber würde ich ein ein offenes Schlangen- oder Krokodilgehege gehen (o.k., das mit den Krokodilen ist ein bisschen übertrieben und stimmt nicht so ganz), aber Schmetterlingshäuser…Schmetterlingshäuser…das ist für mich Grauen in Perfektion!

Dieses um einen Herumgeflatter, gar noch am Kopf nah vorbei fliegen und/oder ihn sogar berühren, das Ungewisse der tatsächlichen Ausmaße des Schmetterlings, mal ist er schmal, dann streckt er seine Flügel aus und ist riesig (oder nicht, aber das weiß man ja nicht immer genau)… Schmetterlingshäuser sind für mich Horrormovies! Wobei, das kann ich auchnnicht so stehenlassen, da ich Horrorfilme liebe… Schmetterlingshäuser sind für  mich wie ein Auflauf aus Rosinen, Roter Bete, Innereien und Birnen gratiniert mit Apfelmus…einfach „bäh“!

Ich also, vollgestochen von Insekten aller Art, die mich beim Blogeintragschreiben auf der Bank massakriert haben, mutig und vorsichtig (ja, auch ein wenig zitternd) da rein.

Großes Aufatmen: sind ja gar keine da,es hieß ja auch, sie seien eher vormittags aktiv…, da schoß einer zielgrade auf meinem Kopf zu und darum herum. Ich konnte mir einen (nicht ganz so leise, wie ich es gewünscht hatte) Aufschrei nicht verkneifen und war froh, alleine in dem Haus des Grauens zu sein.

In diesem Moment wollte ich einfach nur umdrehen und nicht die Runde drehen!

Doch trotz mehrerer Attacken dieser Monster der Lüfte (der erste Schmetterling war kein Einzeltäter, die anderen hatten sich nur gut getarnt!) schaffte ich die Runde, quitschend, schwitzend, auf die fliegenden Ungeheuern gut einredend. Nur Fotos aufnehmen, das hab ich mich nicht getraut, da der erste (und einzige) Versuch, damit endete, dass mich das Fotomodel wahrlich ansprang, worauf ich schreiend zurücksprang.

„Raus, raus, raus“, waren meine letzten Worte in diesem Gruselkabinett (nachdem ich tapfer einmal rum bin) und diese auch ziemlich laut ausgesprochen!

Auf dem Weg zurück in die Stadt zog ich wieder die Aufmerksamkeit auf mich, diesmal allerdings, nicht die der Schmetterlinge, sondern des ganzen Busses.

Wie es so üblich ist, wollte ich an meiner Haltestelle den Stoppknopf drücken. Was ich allerdings drückte, war ein Knopf auf dem „SOS“ draufstand, so dass ein, ziemlich lauter, ziemlich hoher, nicht aufhören wollender Ton durch den Bus schallerte. Der Busfahrer sah mich böse an, ich versuchte es wieder mit meinem „englischen Gestammel“, er verdrehte die Augen und machte den Alarm aus. „EG“ (englisch stammeln) funktioniert also auch hier!

Die zweite Mutprobe folgte dann, nur einen Kuchen, einem Matcha Latte, einem Einkauf und einmal Duschen später.

Ich hab schon vieles alleine gemacht: alleine Essen gegangen, Kino, Theater, Städtereisen, Museen, Veranstaltungen jeglicher Art…aber alleine abends in einer Kneipe/Bar war ich noch nie.

Vom Adrenalin des Schmetterlings-Hauses und des heroischen Durchziehen meinerseits, angestachelt ging ich, wagemutig, auf die Studentenkneipen (mit Biergärten) um die Ecke zu…um an der ersten (eigentlich die Coolste von allen) vorbei zu gehen … Erstmal klein anfangen, dachte ich mir, ich geh in die Zweitcoolste (auch wenn der Coolness-Abstand  zwischen den beiden schon enorm war).

Einen Aperol-Spritz später, hatte ich auch diese Mutprobe für mich bestanden und ging, frohen Mutes, wieder zurück zum Hotel.

Die Nacht war so semi…ich konnte und konnte nicht einschlafen. Ich glaub, mein Hirn, Kopf, Herz ist so voll mit Eindrücken, dass das Verarbeiten dieser, gar nicht nachkommt!!?

Jetzt erstmal „zuhause“ frühstücken und dann kann der Tag starten!

Es ist jetzt 9:45 und ich spüre schon wieder diesen Stress „voran zu machen“… also daran darf ich in der Zeit auf Reisen, wirklich noch arbeiten!

Nach einem Frühstück und zwei 3in1-Kaffees (es wurde tatsächlich der Kaffee wieder aufgefüllt und auch die Flasche Wasser durch 3 (!) ersetzt!) machte ich much auf zum Anna-Termalbad.

Dieses zu finden war nicht schwer, den Eingang dafür umsonst mehr.

Ein älterer Herr sprach mich an und weiste mir dann, da er kein Englisch konnte, ich ihm aber mit Schwimmbewegungen klar machte, wohin ich will, erstmal den falschen Weg. Ich sprach dann noch eine junge Frau, die anscheinend, irgendwo in dem Gebäude des Bades, arbeitete, an, sie lächelte konnte zwar auch nur 2 1/2 englische Wörter, aber die haben mir gereicht!

Kurz vor dem „Eingang“ wurde ich nochmal stutzig, da es nicht einer Badeanstalt, sondern eher einem Therapiezentrum glich. Also, warum nicht einfach nochmal nachfragen, das „Schwimmzeichen“ scheinen ja alle zu verstehen. Ein Mann um die 60 stieg von seinem Rad ab und wir verstanden uns prima mit Zeichensprache, Körpersprache und irgendwelchen Lauten. Er rüttelt sogar an einer Tür, da er sich nicht ganz sicher war, ob das die Richtige für mein Anliegen war. War sie nicht…dann halt rein ins „Therapiezentrum“.

Umgeben von älteren Menschen, viele hatten Papiere in der Hand, und nur ungarischen Wörtern mit denen ich mal so gar nichts anfangen konnte, stellte ich mich also brav an.

Ich glaube, am Anfang meiner Reise, wäre ich vielleicht noch „geflüchtet“, in der Annahme, dass das hier eh nur falsch sein kann!

Dann wäre ich allerdings ziemlich doof gewesen, denn tataratttaaaa, ich war tatsächlich richtig. Was ich erfuhr, nachdem die erste Empfangsdame, auf Grund meiner englischen Begrüßung, ängstlich zurück wich und einer Kollegin von ihr Platz machte.

Der Wellness- und Sauna-Bereich mache erst um 14:00 Uhr auf (wir hatten um die 11:15), aber da mir das egal war…ich hatte ja Zeit… bekam ich ein Bändchen um und sollte ihr folgen.

Das tat ich auch, aber nicht, ohne die Menschenmenge vorher auf mich aufmerksam zu machen (darin hab ich ja inzwischen Übung)!

Meine schwungvolle Drehung hatte wohl etwas zuviel Schwung, so dass alles (und damit meine ich auch alles), was sich zuvor in meinem Rucksack verbarg, nun verteilt auf dem gesamten Boden zu finden war!

Über mich selber lachend (und die Augen verdrehend) sammelte ich alles auf und eine ältere süße Lady, wollten mir zeigen, dass sie ein wenig englisch beherrscht, schaute mich bei meiner Aufsammelaktion an, lächelte und sagte „Good Bye“.

Mehr zu dem Bad, wie schwer es war in die Entspannung zu kommen und was der Tag sonst noch so bringt, das schreibe ich dann morgen auf oder in Cegled, meinem nächsten Ziel auf meiner halben Weltreise.

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