Abgesehen, daß ich nun schon ganz ungarisch, die Straßen rauf- , runter laufe und überquere und viel selbstverständlicher durch (neue) Städte schlenderte…diese Stadt, also Debrecen, die hat mich (noch) nicht gekriegt. Ich fühl sie einfach nicht!
Wahrscheinlich bin ich gedanklich noch zu sehr in Szeged, eine Stadt, die mich im zweiten Anlauf verzaubert hat. Wenn Szeded mein buntes Einhorn ist, dann ist Debrecen ein farbloses Maultier (ich mag Maultiere sehr…aber im Vergleich zu einem Einhorn, würde ich das Einhorn doch sicher vorziehen! Hmmmm, wobei weiter gedacht: ein Maultier fällt nicht so stark auf, wie ein Einhorn und mit dem Maultier könnte ich durch die Straßen reiten ohne so viel Aufmerksamkeit zu erregen (also gucken würden die Menschen schon), während ich, wenn ich mit dem Einhorn fliegen würde, sicher auch mit der Luftfahrtbehörde Probleme bekommen würde…Also, ich gebe zu: der Vergleich hingt ein wenig!!)
Aber ich lerne das schon noch, also das mit den Erwartungshaltungen und dem Vergleichen (hab ja noch ein wenig Zeit!)!
Ich laufe also die Straßen entlang und zurück, biege mal dort und mal hier ein…und hab immer noch nichts gegessen und es ist schon kurz vor 16 Uhr. Ich merke schon: langsam bin ich drüber; aber mich spricht nichts an, es zieht mich nirgendwo rein!!
Dann bewege ich mich doch, weil irgendwann muss ich mich ja entscheiden, in einen Laden mit bunter Angebotstafel rein. Das Konzept verstehe ich nicht so ganz.
Bis eine Angestellte (Ladenbesitzerin?) rein kommt und mir alles erklärt. Es war ein CBD-Laden, alles in verschiedenen Dosen (also nicht in Konserven verpackt, sondern die Mehrzahl von „Dosis“!), sie hat mich an jeder Kaffeesorte riechen lassen und auch, als ich ihr erklärte, dass das im Moment nicht das war, was ich eigentlich gesucht hatte, ging unser Gespräch noch weiter und es hat richtig Spaß gemacht, mal wieder eine längere Unterhaltung zu führen (mein Englisch hat sich auch langsam wieder auf vollständige Sätze eingestellt), bis eine Kundin, die bedient werden wollte, reinkam und wir uns, mit einer leichten Umarmung, voneinander verabschieden.
So, schönes Gespräch gehabt, aber immer noch nichts im Magen!
Wieder vorbei an sich Läden… Na gut, kleine „Ich-sammel-mich-mal-und-mach-nen-Plan“-Pause auf einer Parkbank.
Mittlerweile war es 16:45.
Grübel, grübel (Hirn), grummel, grummel (Magen)… ach scheiß drauf, dann mach ich jetzt „Daydrinking“ (wobei, war ja fast schon 17:00!) und eß gleich was Herzhaftes und geh dann einfach früh ins Hotel!
Mit diesem gefassten Gedanken war nicht nur die Entscheidung, sondern auch der Umsetzungsort ziemlich schnell gefunden!
„Beer & Wurst“, das hörte sich ganz nach dem Laden meiner Wahl an!
Ein großes ungarisches Bier (Kinizsi) auf nüchternen Magen… mal schauen, wo das hinführt… Lecker, sehr herb…und Durst hab ich auch!
Dann kam das Essen, was das Bier schon etwas ausglich und das zweite Bier, welches ich mir dann noch bestellte, hätte zwar nicht sein müssen…aber war halt so.
Zurück zum Hotel, Nachtzeug an und den Abend entspannt ausklingen lassen…
…bis morgens gegen 5:36 (ich dachte mir noch: hach, zuhause wäre ich vor 6 Minuten aufgestanden) es auf der Straße doch etwas zu laut wurde…Ja, manche Menschen müssen halt arbeiten…auch dies dachte ich mir.
Eingeschlafen bin ich dann nicht mehr, (mein Magen signalisierte mir auch äußerst penetrant, dass es Zeit wäre, ihn mal wieder zu füllen) schlonzte ich noch bis 7:45 im Bett und Internet herum, bis ich endgültig entschloss, nun dem leeren „Teil des Verdauungssystemes“ etwas zu arbeiten zu geben.
Da Frühstück im Hotelpreis mit inbegriffen ist, muss ich dementsprechend auch nicht lange auf Suche gehen (und wenn ich meine von Odyssee gestern bedenke, bin ich darüber auch sehr froh!).
Und was für ein Frühstück!! Da ist alles dabei! Von Müsli und Cerealien über Aufstriche, Wurst, Käse, Lachs, zu Rüh- und Spiegelei mit zweierlei Würstchen und Hash Browns (hat nichts mit dem Laden von gestern zu tun!)… und das für die nächsten 5 Morgende!
Nun warte ich bis es Zeit ist und das Déri-Museum aufmacht.
Mal sehen, vielleicht überrascht mich Debrecen ja heute noch!? Ich bin offen für alles!
×××
Also das Déri-Museum ist auf jeden Fall seinen Preis wert!
Da ist alles dabei und zur Not, hilft eine KI-Übersetzung auch weiter.
Nette Mitarbeitende, die einem den Weg zeigen (damit ich mich nicht verlaufe…was in einigen Museen tatsächlich schon der Fall gewesen ist) und interessante Ausstellungensstücke.
Beseelt und zufrieden ging ich meiner Wege, bis ich eine Nachricht erhielt, dass mein Aufenthalt in Cegléd, wie gewünscht, nun storniert sein!
Waaaaasssss?? Ich war doch da und hab extra nochmal telefoniert, angerufen, geschrieben, dass alles jetzt fein wäre und von Euch die Antwort erhalten: „Alles klar, dass freut uns, das nun alles geklappt hat.“
Soundso viel sollte/werde ich zurück bekomme…!!?
Erstmal das Handy auf lautlos gestellt und ganz klare Ansage an mich selbst: wenn der Vermieter versucht mich zu erreichen, ich geh definitiv NICHT dran!
Da der Rundgang eh zu Ende war, machte ich mich erstmal, zum kurzen Ausruhen, schreiben und natürlich: Agoda anrufen (!!!) wieder auf den Weg in mein urbanes, zeitlich begrenztes, Zuhause.
Der Typ an der Hilfe-Hotline hatte einen französischen Akzent, was ich, per se, ziemlich sexy finde, hier allerdings tat sich eine Sprachbarriere auf, die mich nach 20 „Isch verstäe, isch verstäe“ seinerseits und dann Nachfragen, ebenfalls seinerseits, die zeigten, dass er null Komma nix „verstäet“, etwas lauter werden ließen und dann sein „Ahhh, isch abe eine Idee“, nämlich das ich einfach mit dem Vermieter telefoniere, mit einem hysterische „Bestimmt nicht!!“ meinerseits beantwortete.
Das Telefonat ist so ausgegangen, dass er versucht sich drum zu kümmern (allerdings bin ich mir nicht sicher, ob er überhaupt weiß, um was) und dass sie sich per Mail melden.
Erstmal einen Früchtetee im Zimmer…schlimmer wird es nimmer (leider reimt sich auch „immer“.., dann doch lieber: „ich bewege mal den Dimmer“ oder „in die Nase stecke ich den Finger“…)… oder so!
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