Neue Stadt, neue Chance

Heute geht es nach Miskolc weiter, also von Ostungarn nach Nordostungarn und eventuell, gefällt es mir da ja ein bisschen besser!

Debrecen ist nicht hässlich oder „doof“ oder so, es ist einfach nicht meine Stadt (im jeglicher Hinsicht).

Diese Stadt lässt mich unschlüssig hin- und her tappern, ohne zu wissen, was ich denn eigentlich jetzt will und nichts passt so richtig!

Der See, an dem ich gestern, nach dem Zoobesuch noch saß, war auch nicht so wie beschrieben (oder zumindest wie ich das Beschriebene mir, in meinem Kopf, vorgestellt hatte). Es war ein angelegter See, der sehr laut war, da Wasser aus Fontänen sich, im hohen Bögen, zurück in den See, ergoss.

Ich lief dann weiter, in der Hoffnung, dass mich was Interessantes „anspringt“, doch dem war nicht so.

Auf dem Unigelände hab ich mich fast verlaufen, so groß ist das! Und das Hauptgebäude ist schon ein Prachtbau.

In den Botanischen Garten der Universität hat es mich dann hineingetrieben…aber auch hier war ich nur enttäuscht.

Wahrscheinlich hätte man es mir gestern gar nicht recht machen können?!?

Aber schlecht drauf war ich eigentlich nicht… Also, ist es doch die Stadt (da hab ich doch endlich einen Schuldigen und mir geht es gleich viel besser!)!

Was ich gestern für mich herausgefunden habe, ist (also neben der Entdeckung, dass ich momentan ewig reisen könnte) dass ein Kombipacket: Thermalbad (und damit meine ich, die in Ungarn, die Bäder, mit grünbräunlich gefärbten Wasser, die nach gesundem TCM-Tee riechen und, wegen der Schwebeteilchen, die sich im Wasser befinden, auch so aussehen), Kunstmuseen und Botanischen Gärten (vielleicht nicht unbedingt den in Debrecen…oder den in Debrecen nur an einem anderen Tag…oder doch nicht Debrecen, gibt ja noch genügend andere auf der Welt), das wäre/ist das ultimative Entspannungsprogramm für mich!

Danach ging das unschlüssige Hin- und Herschlendern weiter, doch diesmal war ich auf der Suche nach etwas Essbaren. Und als ich merke, ich bin schon langsam „drüber“, also auf dem besten Weg, mir selbst auf den Sack zu gehen, entschied ich mich auf den Bus zu warten (der ließ sich allerdings 20 Minuten Zeit), zurück in die Stadt zu fahren und im Mäces einzufallen, da weiß ich, was ich bekomm und das war es wohl auch, was ich gestern gebraucht habe!

Nach einer sehr lebhaften Nacht (diesmal nur in meinen Träumen), wurde ich von einer E-Mail der Vermieterin des Appartements in Miskolc geweckt.

Und diese Nachricht hat mich schlüsseltechnisch schon wieder stark getriggert: sie hat mir verschiedene Codes für verschiedene Türen und Schlüsseltresore geschickt…auch nach mehrmaligem Durchlesen blick ich nicht durch! Aber „Schlüssel“ in jeglicher Form scheinen sich als Grundthema der Reise zu entwickeln. Ich werde bestimmt noch die Meisterin der Schlüsselschaft und mache meinen eigenen Schlüsseldienst (der natürlich weltweit expandiert) auf!

Damit, Challenge 1 heute: Koffer in den IC bekommen (und einen Platz für diesen).

Challenge 2: in das Wohnhaus und anschließend in das Appartement kommen und (auch wichtig!) auch wissen, wie ich wieder raus komme.

             xxx

Hach, was ist das eine angenehme, entspannte Stadt!!

Der Koffer war im Zug kein Problem, weil einfach der IC durch eine Regionalbahn ausgetauscht wurde und diese einen tiefen Einstieg haben.

Und in die Wohnung kam ich rein (meine Schlüsselpanik war umsonst), allerdings ist der 2. Stock in Ungarn, der Dritte Stock, weil unten ist Erdgeschoss und das in einem Altbau…aber das ist Jammern auf höchsten Niveau, ich hätte , hätte ja auch einen kleineren Koffer mitnehmen können (jaaaaa, hätte ich schon, aber hätte es wahrscheinlich nicht gemacht).

Meine Wäsche, die nun schon sehr schmutzig, unangenehm duftend war, darf jetzt ein Bad in der Waschmaschine nehmen und ein glücklicher Großteil der gewaschen Klamotten, kann sich danach nochmal in Trockner durchwirbeln lassen!

Ja und nicht nur Waschmaschine und Trockner hat diese Wohnung, sie hat 2 Fernseher, einen riesen Esstisch plus eine Bar, ein Schlafzimmer, so groß wie meine Wohnung zuhause, ein Wohnzimmer mit Hochebene, inklusive 2 weiteren Betten, riesen Couch und eine vollausgestattete, große Küche. Diese werde ich heute Abend auch in Beschlag nehmen und was kochen, weil ich später mit Anja verabredet bin und wir, zwar räumlich getrennt, aber im Herzen zusammen, ein paar Stündchen telefonieren werden!

Ach so, eine Sache hat die Küche leider nicht…oder nicht mehr: jemand von den Vormietern hat die Kaffeemaschine kaputt gemacht und wahrscheinlich nicht Bescheid gesagt.

Mir fiel es, glücklicherweise heute und nicht morgen früh (so kann ich mir für meinen Kaffee morgens noch einen Plan B überlegen) auf, da ich, nach meinem Großeinkauf im Tesco, meine beiden zuckersüß und wunderbar bunten Donuts gerne mit einer Tasse Kaffee verspeist (oder verspiesen) hätte.

Und da war es wieder, das „hätte“…

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