Das Runterfahren mit dem Sessellift hat mehr Spaß gebracht (ich wusste nun diesmal ja auch, dass die Seilbahn tatsächlich irgendwann endet), ich habe sogar meine Beine frei schwingen lassen…
Dass mein Nervensystem immer noch stark angekratzt ist, habe ich auch in der Nacht ziemlich penetrant merken dürfen.
Kleiner Einschub dazu:
Wegen Wechseljahrs-Hormon-oder-nicht-mehr-Hormon-Schüben, hatte ich Anfang des Sommers, ziemlich krasse Nächte, in denen ich kein Auge zugemacht habe. Da mein Nervensystem das Gedächtnis eines Elefanten hat (oder besser eines „Grossen Tümmlers“, die haben nämlich die allerbesten) vergass es, natürlich, nicht, dass schlaflose Nächte, auf Grund eines Hörsturzes (und gebliebenen Tinnitus), mich vor ungefähr 13 Jahren in Panikattacken gestürzt haben.
So, und dieses schlaue Ding hat die Schlaflosigkeit im Sommer gleichgesetzt mit der Schlaflosigkeit vor zig Jahren und mir mal schön wieder Panikattacken ans Bein geschnürt!
Theoretisch und praktisch kann ich damit jetzt super umgehen gehen, bzw. sind sie wieder weg, allerdings die „Angst vor der Angst“ und das ungute Gefühl einer Sache ausgeliefert zu sein, dass macht mir manchmal doch noch etwas zu schaffen. Vor allem, wenn ich alleine bin und mein liebes Hirn, welches voll fantastischer Gedanken ist, manchmal im Kopfkino dann doch etwas übertreibt.
Mein Nervensystem nervt…
Die Nacht war semi-gut, wenn nicht sogar voll-scheiße! Schlaflosigkeit olé!
Wahrscheinlich hat das Verschlingen der riesen Portionen von Tortellini-Resten auch nicht unbedingt geholfen…
Nun ist aber ein neuer Tag. Und diesen Tag hab ich zum „Schlonztag“ erkoren!
Momentan schlonze ich noch im Bett und die Schlonzerei wird einfach den ganzen Tag durchgezogen!
Mein Schlonz-Plan: irgendwann aufstehen, Frühstücken gehen, lesen… Eis essen… So ganz soweit hab ich noch nicht gedacht!
xxx
Ein zuckersüßes Café gefunden („Balance“-Café) und ein etwas übertriebenes Frühstück bestellt (als hätte (hätte) ich gestern Abend nicht genug gegessen), dieses auch aufgegessen (bis auf die Tomaten, die ändern jetzt auch nichts mehr, an meinem momentanen Lebenswandel). Dann noch einen Dark Chai-Latte bestellt und sitthaft (ich weiß, dieses Wort gibt es nicht, aber mir gefällt ’s) abgeschlonzt (das heißt: die Füsse blieben unter dem Tisch und der obere Hosenknopf zu!) mit Buch in der Hand (das Buch habe ich nicht nur festgehalten, sondern auch gelesen).
Einen kleinen Stadtrundgang mit Kopfhörern, die Szinva (Achtung: Neuer Fluss mit „S“ für „Stadt-Land-Fluß“!) entlang, Parkbänke ausprobiert und nochmal kurz zurück ins Appartement.
Das monotone Rauschen der Spülmaschine (zuhause hab ich keine) genießen und dabei noch eine Folge „The Couple Next Door“ schauen.
Danach nochmal raus, weil: zu so einem Tag gehört Kuchen!
Das Problem (ich sehe es ein: das Luxus-Problem) eines solchen Tages ist, das Hirn schlonzt mit und so hat es sich als gar nicht so einfach rausgestellt einfach irgendwo einzukehren, um ein anständiges Stück Kuchen zu essen!
Viele Schritte weiter (da war sie wieder: meine Unentschlossenheit) betrat ich schließlich eine Bäckerei und holte mir ein Croissant, welches rosa bepinseln war, zum Mitnehmen.
Ein kleines Einhorn-Croissant, dachte ich mir und freute mich darauf, hineinzubeißen.
Das kleine Einhorn entpuppte sich allerdings schnell als Lavaspuckendes Ungetüm. In diesem Fall, war die Lava zwar erkaltet, strömte hingegen als rotes und gelbliches (Marmelade und Vanillepudding) Magma in Massen aus dem Gepäck, dass ich, mit gespreizten Beinen und schneller Bissen versuchte diesem Croissant-Monster zu überwältigen.
Nun sitze ich hier mit pappenden Händen und verschmiertem Mund, versuche mein Gemüt, nach diesem gewonnenem Kampf zu beruhigen und freue mich auf alles was dieser schlonzige Schlonztag mir heute noch zu bieten hat!
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