Nachdem ich das „Mir-selbst-auf-den-Sack-gehen“, während der Torte und dem Matcha Latte, für kurze Zeit mal ablegen konnte, kam kurze Zeit später, nämlich beim Bezahlen von oben erwähntem, ein ganz anderes Gefühl zu Tage, nämlich „kurze Panik“.
Meine EC-Karte, mit der ich in Ungarn ziemlich viel schon bezahlt habe, wurde zwei mal abgelehnt und die nette Cafébesitzerin meinte, das Gerät sagt, mein Konto wäre nicht gedeckt.
Da ich aber, im Gegensatz zu zuhause, meinen Kontostand sehr gut im Auge behalte, wusste ich, das kann nicht sein!
Aber da Frau ja, ganz kosmopolitsch neben der EC-Karte noch 2 Kreditkarten dabei hat, konnte ich bezahlen, aber ein echt ungutes Empfinden blieb.
Dr. Panik-Google meinte, ich sollte meine Karte sofort sperren lassen, aber da wir beide inzwischen ja schon Buddies sind und ich weiß, dass er manchmal unter einer Art von Angsstörtungen leidet, rief ich erstmal bei meiner Bank an. Hier in Ungarn ist das ja kein Problem, teuer wird das erst im Laufe der weiteren Reise.
„Alles in Ordnung, nichts auffälliges und überhaupt „eine halbe Weltreise“, ein Bekannter von ihr war ein Jahr unterwegs.“
Das alles hat mir also, neben diesem unguten Geschmäckle, auch ein lustiges und herzerfrischendes Gespräch, mit einer Fremden (in diesem Fall Bankangestellten) gebracht.
Vom Gespräch und Torte noch guter Laune, schlenderte ich die Straßen entlang.
Eger ist, wie ich später doch noch mal meinen digitalen Dr.-Buddy befragte, auf Grund der Lage, sehr beliebt bei Deutschen, Österreichern und Schweizern, viele wären auch hierher gezogen und in Györ (wohin ich morgen weiterziehe) wird das noch deutlicher und mehr (und teurer).
Also, die Stadt ist wirklich sehr schön, aber ich bin froh, doch etwas „exotischer“ angefangen zu haben!
Aperol, ja oder nein…und da ging es wieder los! Eine Unentschlossenheit, die ich eigentlich gar nicht von mir kenne (vor allem nicht in Folge) und die mich auch tierisch annervt!
Aber, wie sagte mir mein Buddy so treffend: das kennt jede*r Soloreisende, das ist ein kleiner Reise-Burnout und kommt meist nach 3 bis 4 Wochen. Alles alleine und immer selbst zu bestimmen (von Unterkunft, über Reiseweg, Essen, Aktivitäten…) ist auf Dauer anstrengend.
Jut, das übernehme ich mal zu 100 Prozent von Mr. Panikmache!
Ich schlenderte durch ein Einkaufszentrum…nerv. Ich ging in DM, um Zahnseide und Nachtcreme zu kaufen, EC-Karte wurde wieder abgelehnt…nerv und kotz. Ich war auf dem Weg zurück ins Hotel und es regnete…nerv, kotz und bäh.
Im Hotel angelangt, legte ich mich auf’s Bett, holte mein Handy raus, bestellte mir „Pizza Drei-Käsesorten“ (wenn schon, dann richtig) und verschlang diese dann, streamender Weise, bis mir schlecht war…nerv, kotz (aber nicht bildlich!), bäh und äääähhhhh.
Die Nacht war so lala, aber das ist ja besser als „nerv“ und heute ist ein neues heute!!
Ich habe Frühstück mit im Preis, das heißt, ich muss hier nicht noch eine Entscheidung (ausser, was ich esse) fällen. Das Hotel scheint leer, anscheinend nur 3 Zimmer belegt, trotzdem ist das Frühstücks-Büffet ausreichend (Sünde eigentlich).
Danach auf dem Zimmer noch ein paar Dinge erledigt, auf die ich eigentlich keinen Bock habe:
Kurtaxe an das Hotel/Appartement in Miskolc bezahlen. (Ging allerdings nicht, da die Bank-App die IBAN nicht anerkannt hat. Daraufhin habe ich eine Mail geschrieben, ob sie vielleicht Paypal haben, mal schauen…sowas bringt mich nicht mehr aus der Ruhe!).
Dann erneut versucht in Istanbul anzurufen, um mitzuteilen, dass ich erst spät in der Nacht komme (sie haben keine E-Mail-Adresse angegeben). Wieder niemanden erreicht, aber auch hier bin ich tatsächlich total entspannt, hab schon nen Plan B, falls in der Nacht zum Einchecken niemanden da ist.
Aber eine Sache hat funktioniert, nämlich das Einchecken in Tokio. Und ausserdem hab ich ne SMS von meiner Zusatzversicherung bekommen, dass meine Zahnreinigung zu 100 % übernommen wird.
Also Fazit: anderthalb (also das Halbe ist die Versicherung) Dinge von 3 haben funktioniert und das ist ja schon die Hälfte!
So, und jetzt geht’s auf die Burg!
xxx
Die Burg ist klasse!
Überall verstecke Ecken, in denen man was Neues entdecken kann (ich bin natürlich nicht mit Lageplan los…das kann ja jeder!).
Dank Kindergarten wusste ich auch viel (habe mir da viele „Ritter und Burgen“- Bücher zu Gemüte ziehen dürfen), dazugelernt habe ich allerdings in der Folterkammer, da gab es „Instrumente“, von denen ich vorher noch nichts wusste!
Kleiner „Fun-Fact“: meine Vorfahren väterlicherseits (genauer, von der Seite meiner Großmutter, der Mutter meines Vaters) waren Folterer und Henker (es war für meine Großmutter auch wichtig zu betonen, dass sie keine Folter- oder Henkersknechte waren!).
Tja, man kann sich seine Familie halt nicht aussuchen!
Mit dieser Information entlasse ich Euch heute und steige tiefer in die Burggräben und was es da alles noch zu entdecken gibt, ein!
Hinterlasse einen Kommentar