Wie mir die süßen Klänge der traditionellen chinesischen Musik durch die Nacht des Horrors halfen!

Meine Beinfreiheit im Flieger nach Istanbul war unfassbar!

Ich konnte online in der App, warum auch immer, keinen Sitzplatz wählen, darum ging ich von dem Schlimmsten aus (also, irgenwo 4er Reihe, eingequetscht).

Was ich allerdings bekam war ein Platz am Fenster am Notausgang, mir gegenüber saß eine Flugbegleiterin bei Start und Landung und, wenn sie nicht da saß und ich es drauf angelegt hätte, dann wäre so viel Raum vor mir gewesen, dass ich mich längst hätte ausstrecken können!

Das Essen war wirklich gut (!) und der Flug dauerte knapp 3 Stunden.

In Istanbul gelandet, fuhren wir eine halbe Stunde noch über den Flughafen spazieren, bis wir am einem Gate zu stehen kamen, von dem es 15 Minuten zu Fuß zur Passkontrolle dauerte.

Zack Kontrolle, zack Gepäck (das erste Stück welches kam), zack den Space vom Shuttle gefunden.

Um die 30  anderen Passagiere allerdings auch und so war ich mir nicht sicher, ob ich nicht vielleicht vergessen werde bei dieser Menschenmasse.

Aber ich war voll Vertrauen und wartete…

Ich bekam dann tatsächlich ein Privat-Shuttle, dass eher an eine Bachelor-Limousine glich.

Weiße Ledersessel, gegenüber angeordnet, leuchtender Strahlehimmel über mir und der Fahrer, etwas abgetrennt vor mir (wo auch sonst!).

Wasser gab es auch.

Nach dem ersten Schluck kam das leichte Misstrauen, welches  schon am ersten Tag, völlig übertrieben und unnütz, aufflammte. Diesmal allerdings nicht als Beklemmung oder Furcht, sondern eher als Vorsicht.

Ich alleine, mitten in der Nacht, auf dem Weg in eine über 15 Millionen Stadt, in diesem Puff-Mobil…ich beließ es bei 2 Schlucken Wasser und steckte die Flasche ein.

Das Hotel war wie versprochen, rund um die Uhr besetzt und so konnte ich gegen 1:15 nachts auch fröhlich einchecken.

Die Fröhlichkeit wich ein wenig, als ich hörte, das Zimmer sei unten. Noch mehr, als ich im Zimmer die Schimmelwand entdeckte, sie sank weiter ab, als ich merkte, dass ich das Fenster nicht öffnen kann und, es ist kaum zu glauben, dass da noch mehr Raum nach unten offen war: die Klimaanlage des Hotels, war genau vor meinem Fenster und ging alle 10 Minuten für 2 Minuten auf Fullpower! Die „Fröhlichkeit“ war im absoluten Minusbereich, angelangt.

Ich versuchte zu entspannen, dass Zimmer als meinen „Endgegner“ in  Bezug auf Nervensystem und Schlaflosigkeit = Panik anzusehen, stand 80 x die Nacht auf und um 3:30 Uhr ging ich dann zum „Nachtportier“ und sagte, dass ich ein neues Zimmer brauche. Ich ging auf den Schimmel noch gar nicht ein, weil zu dem Zeitpunkt das dröhnende Klimagerät, dass sich immer wieder meldete und mich konsequent daran hinderte zu schlafen, (selbst ein Ruhen war nicht drin) mein eigentlicher Problem war.

On-Ear-Kopfhörer sind als Seitenschläferin eher unpraktisch bis unvorteilhaft, aber mit 2 Kissen zwischen denen ich meinen Kopf seitlich einquetschte, Yogadrehungen des Kopfes und Nackens und viel Hingabe und Ausdauer, habe ich (immer wieder) eine Position finden können, die mich für einige Zeit befriedigte.

Auf den Ohren den süßen Klang der traditionellen chinesischen Musik… unglaublich, aber wahr, ich konnte von 4:30 – 9:30 schlafen!

Die Nacht war der Wahnsinn, der Morgen fast schon eine Erlösung…wenn ich nicht so matschig gewesen wäre.

Also, „frisch“ gemacht (in Anführungszeichen, weil „frisch“ habe ich mich so gar nicht gefühlt und, wenn es vielleicht auch geholfen hätte: duschen wollte ich in diesem Zimmer bestimmt nicht!) und hoch zum …da ist ja immer noch der Typ von der Nacht!? Er  war auch noch bis 12 Uhr da und wurde dann erst abgelöst!

Also: ich zu dem Menschen hin, er sagt, er muss noch auf seinen Chef warten.

Gut, sagte ich, da ich nicht in dem Zimmer bleiben werde (zeige ihm das Bild mit dem Schimmel, er reagiert peinlich berührt mit „oh, that’s a lot of mold“… Jaaaa, so ist es!!!), jetzt alles zusammen packen werde und dann nochmal zu ihm komme.

Gepackt, Augenlidrandpflege noch dazu (ich wollte ihm ja ein bisschen mehr Zeit geben), runter…sitz der arme Kerl immer noch da und wurde nicht abgelöst.

Gut, ich raus zum frühstücken (wurde im Endeffekt nur ein großer Moccha mit Mich in einem Mini-Café um die Ecke), zurück zu ihm, wer sollte auch sonst da sitzen!?

Und dann bin ich einfach stur bei ihm Sitzen geblieben. Blog geschrieben, bisschen Internet geschaut, bis um 12:00 (!) seine Ablösung kam.

Ich bin immer noch stur sitzen geblieben.

Irgendwann sagt „die Ablösung“, sie versuchten jetzt schon seit 10 Minuten eine Lösung für mich zu finden, aber sie wissen nicht welche. Das Hotel wäre komplett ausgebucht.

Ich, ganz ruhig, auch ihm das Bild, mit den Worten „da werde ich nicht nochmal übernachten“ (auf englisch natürlich), gezeigt. Ja, er verstehe schon, aber…

Ich könnte eine Nacht woanders hin, müsste, dann aber wieder zurück…

Ich einfach sitzen geblieben. Er: er ruft mal seinen Chef an!

Da ahnte ich schon nichts Gutes, da ich, als ich des Nachts durch mehrere Faktoren von meinem erholsamen Schlaf abgehalten wurde, etwas intensiver die Rezensionen (auf die ich sonst nicht ganz so viel gebe) gelesen und dort mehrfach erfahren, dass dieser besagte Chef, rein gar nichts macht und nur Geld verdienen will.

Der Chef machte auch diesmal seinem Ruf alle Ehre: wäre ich gestern direkt ausgezogen, hätte er eventuell was finanziell noch machen können, jetzt nicht, Geld gibt es nicht wieder!

(Ganz klarer Vorsatz zu erkennen: „Geb der alleinreisenden Frau, die erst Nachts anreist, die verschimmelte Kellerzelle, die suchst sich um 1 Uhr bestimmt nicht noch was Neues!“ Dumm ist er ja nicht, der Chef! Aber das Karma findet immer seinen Weg!!!)

Also wurde mir die „Möglichkeit“ offen gehalten, bis zum 2.10. in dem Zimmer zu bleiben und dann könnte ich wahrscheinlich umziehen.

Dann stand ich auf (wurde ja auch langsam mal Zeit), bedankte mich bei der „Ablösung“, dieser entschuldigte sich vielmals und wenn es nach ihm gegangen wäre dann… (Was auch immer dann).

Ich sagte, ich werde mit diesen Informationen in mein Schimmel-Zimmer gehen und mal in mich hineinhören, was ich damit anfange.

Dass „in mich hineinhören“ wurde sehr schnell innerlich laut und klar beantwortet … und nun sitze ich in einem Hotel mit Spa und Fitnessraum, Frühstücksbufett und Wasser, Kaffee, Tee im Zimmer und lasse es mir gut gehen!

Die Erfahrung hat mir gezeigt: ich kann ruhig bleiben, ich schaffe es, in solchen Situationen, nicht in Panik zu verfallen, irgendwie schaffe ich es zu schlafen, im Gegensatz zu dem Hotelbesitzer, der wahrscheinlich sehr unglücklich in seinem Leben ist, bin ich ein froher Mensch und, nicht zu Letzt: traditionell chinesische Musik ist heilender Balsam für mein Nervensystem!!!

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