Kleine Regenauszeit…

Es regnet zwar jeden Tag so ein bisschen mehr, ein bisschen weniger vor sich hin, aber heute, soll es mehr und mehr regnen und das Angesagte, stimmt momentan mit dem Gesehen auch überein!

Da fällt mir wieder mit Entsetzen ein, dass mein erstes „Hotelzimmer“, aus dem ich geflüchtet bin, gar kein richtiges Fenster hatte…

Ich mach heut Abend noch mal so richtig auf Touristin (kann ich ja gut seit gestern) und den Tag über einfach mal low!

So hab ich auch Zeit, ein wenig von meiner geführten „Blaue Moschee“-, „Hagia Sophia“- und „Basilika Zisterne“-Tour  zu schreiben.

Wir waren eine überschaubare Gruppe von 13 Menschen, die Tour war in englisch und ich glaube, ich war die einzige Nicht-Nativ-Sprechende und auch die einzige Nicht-Familie-oder Partner-Dabeihabende.

Zuerst ging es in die „Blaue Moschee“, imposant von aussen, sehr schön von innen, allerdings nicht mehr so blau wie dazumal, da wohl, wie uns erzählt wurde, bei jeder Renovierung, an der Qualität der Farbe gespart wurde.

Frauen müssen den Kopf bedecken, alle müssen Schuhe ausziehen und da „alle“ sehr viele sind, lag ein, nicht zu überriechendes Käsearoma in der Luft.

Unser Guide gab, neben vielen Infos, uns genug Zeit, drinnen alles zu bestaunen und im Vorhof (den ich noch eindrucksvoller fand) genug Fotos zu machen.

Weiter dann zur Hagia Sophia. Die wird grade renoviert, aber trotzdem durften wir in die ehemalige Kirche, dann Moschee, dann Moschee und Museum, jetzt wieder Moschee, rein.

Ehrlich gesagt, hab ich nicht so viel auf die Beschreibungen und Fakten gehört, da ich unsere Guide so attraktiv fand, dass ich (ich fühlte mich wie mit 15), mehr auf die Stimme und nicht den Inhalt gehört habe…

Abschließen besuchten wir die „Basilika Zisterne“, das größte unterirdische römische Wasserresservoir aus dem 6.Jahrhundert.

Mein erster Gedanke war: „Harry Potter“, wie er mit dem Basilisk kämpft. Das hätte da gedreht werden können!!

(Und die Vorfreude steigt: ich habe ein Ticket für die „Warner Brother Studios: The Making of Harry Potter“ in Tokio ergattert!!! Es gibt pro Tag nur eine begrenzte Zahl!)

Da sich unser Guide (leider) zu diesem Zeitpunkt schon verabschiedet hatte, hatte ich jetzt wenigstens die Möglichkeit mich auf die Zisterne zu konzentrieren!

Ich bin echt froh, dass ich diese Tour gebucht habe (und nein, nicht wegen unseres Guides!! Oder vielleicht doch ein bisschen…), alleine, ohne die Informationen (einiges habe ich schon mit- und aufgenommen!), länger anstehen, selber Tickets besorgen etc. … Manchmal ist so eine Touri-Tour einfach praktischer!

Tatsächlich habe ich für heute Abend auch wieder was gebucht … da bin ich mir grade nicht sooooo sicher, in wieweit das so gut wird… meine Intuition (ich bin da völlig unschuldig!), hat mich ein Event buchen lassen, welches heißt: „Traditionelle türkisches Abendessen mit Dervisch-Erlebnis“… Heieieiiii, ich bin ja mal gespannt, was da auf mich zukommt!

                  xxx

Meine „etwas andere“ Ernährung am Morgen, sprich: schnelle Kohlenhydrate, Fett und zuwenig von allem, was gesund ist, lässt meinen Blutzuckerspiegel jeden Mittag so eine Achterbahn fahren, dass mich auch heute wieder der Hunger, rausgetrieben hat.

Ein wenig in meinem Viertel spaziert.

Das Freitagsgebet, das Wichtigste wöchentliche Gemeinschaftsgebet, stand zeitmäßig an, so dass viel Trubel zu den Moscheen war.

Ich schlenderte die Straßen rauf und runter und merkte, dass mein Lustlevel heute relativ niedrig ist und ich eher zu „Supermarkt und dann zurück ins Hotel“ plädierte.

Im Supermarkt überkam mich die Frage, was ich denn eigentlich will und nachdem, weder der Magen, noch der Verstand mir diese Frage beantworten konnten, griff ich einfach zu Hähnchenwurst, Kräuterkräckern und einer Plastikdose mit einer Wassermelone drauf.

Ich setze mich dann doch noch mal in die betischt- und stuhlte Anlage vor dem Markt und merkte schnell, dass dies nur eine Übersprungshandlung war, denn eigentlich wollte ich sofort zurück in mein Zimmer!

In Akşemsettin wurde ich heute erneut auf türkisch angesprochen (im Gegensatz zu den Touristen-Vierteln, da ist es „englisch für jede*n“) leider hab ich auch diesmal nicht verstanden, um was es ging, aber solange es sich nicht um eine Frage handelt, funktioniert lächeln und leichtes Nicken auch hier (ich nicke extra nur ganz leicht, da vielleicht ein Kopfschütteln die bessere Antwort wäre?!).

Dann erstmal schön mit den Kräckern das Bett vollkrümmeln (und ich rede von vielen Krümmeln!!), die Plastikdosenlimo (hat sich als sehr süß und leicht sprudelig rausgestellt) zischen, später dann duschen und Haare waschen und, da freitags gegen 17 Uhr, auf den Straßen, in den U-Bahnen und Strassenbahnen die Hölle los sein soll, wieder strammen Schrittes die 47 Minuten rein zur nächsten Touri-Aktion.

Rückzugs nehme ich aber ein UBER… das weiß ich jetzt schon!

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