Von wirbelnden Derwischen und rennender Zeit…

Heute ist tatsächlich schon wieder Samstag!

Vor einer Woche war ich in Györ in der Opern-Premiere und auch, wenn die Zeit in Istanbul sich nochmal komplett anders anfühlt, find ich es erschreckend, wie schnell doch diese (also die Zeit ansich) vergeht! (Sonntag in einer Woche habe ich schon Bergfest!)

So, aber heute ist heute und gestern war gestern!

Und gestern hatte ich einen wunderbaren Abend!!

In Sturm und Regen, bin ich bergauf- und bergab, die knappen 50 Minuten zu dem Treffpunkt, für mein Abend-Event gelaufen. Über volle Straßen, vorbei an tiefen Pfützen, im Feierabendverkehr, später im Touristentrubel stand ich dann schließlich an der vereinbarten Stelle. Doch irgendwie stand ich da allein…so ganz und völlig alleine…

Um 18:00 sollte es losgehen, um 18:05 fand ich es langsam seltsam, denn ich stand immer noch allein!

Kurz bevor ich bei der angegebenen Telefonnummer anrufen wollte, sprach mich ein Pärchen an, ob ich auch auf das Event warte.

Alle, außer mir anscheinend, waren in einer WhatsApp-Gruppe und in der wurde angekündigt, dass es erst um 18:20 losgeht. (Ich bekomm soviel Werbung…wahrscheinlich hab ich die E-Mail mit der Info zu Gruppe und Zeit einfach gelöscht).

Apropos Gruppe: die Gruppe war sowas von bunt gemixt und richtig toll!

Das Pärchen, welches mich ansprach lebt in London, gebürtig allerdings aus Kerala/Indien. Dann kamen noch ein schwules amerikanisches Paar aus Hawaii und Florida, die leben jetzt in der Nähe von Nürnberg, eine Ägypterin, die jetzt in Dubai lebt, ein dänisches Pärchen aus Kopenhagen und später stießen noch eine Mutter mit ihrem erwachsenen Sohn aus Pakistan, ebenfalls in London lebend, dazu.

Es wurde ein bisschen Streetfood konsumiert, dann ging es zum Derwisch-Tanz. Meine Sitznachbarin (eigentlich fast durchgehend für den ganzen Abend) Abeer (aus Kairo, jetzt Dubai) und ich, waren uns nicht ganz sicher, was wir davon halten sollten.

Es wurde angekündigt, dass dies „echte“ Derwische wären und nicht für die „Show“ tanzen (sondern das religiöse Ritual durchführen), Abeer und ich vermissten bei dem ein oder anderen, allerdings die spirituelle Ernsthaftigkeit.

Aber alles in allem, war es interessant die Vorführung gesehen zu haben (aber zu undurchschaubar, um es im Detail zu erzählen… Es wurde gesungen, sie verbeugen sich oft, drehten sich und das durchlief einige Zirkel).

Im Anschluss, wurde kurz in einem der vielen Turkish Delights-Läden haltgemacht und wir durften 2 verschiedene Süßigkeiten probieren.

Dann fuhren wir in ein Restaurant…und alter Schwede, wurde da aufgetischt!!! Ausser einer Speise, die komplett mit Rosinen verseucht war, hab ich alles probiert. Es war jetzt nicht das beste Essen aller Zeiten (ich habe allerdings auch wirklich schon viel in meinem Leben verspeist (oder verspiesen, das hört sich vornehm an), aber schmackhaft und die gesellige Gesellschaft, die wirklich wie ‚Arsch auf Eimer‘ gepasst hat, war im Endeffekt ja auch das Ausschlaggegebende an diesem Abend

Viel gegessen, viel gelacht und geredet und dann wurden alle Teilnehmer, tatsächlich noch in ihr Hotel gefahren. Das war nochmal ein krönender Abschluss!

Gut ausgeschlafen und gefrühstückt, fuhr ich dann, in der übervollen Straßenbahn einmal über den Bosporus rüber nach Beşiktaş in das „National Painting Museum“.

Ein riesengroßer, riesenschöner Palast (in einem Teil dieses Prachtbaues liegt das Museum), der auch zu besichtigen war, aber ich wollte Kunst und zwar nur Kunst!

Es wurde mal wieder Zeit für eine kleine Nervensystem-Spa-Auftank-Kur in einem Museum voll mit Bildern!

Da es sich um osmanische, orientalische und türkische Malereien handelt, war dies nochmal eine völlig neue Erfahrung.

Und mit zwei Gemälden, beide zeigten Sultan Mahmud II, hatte ich regelrecht das Gefühl, er interagiert mit mir!

Auf dem einen Bild zeigte er mir den Weg (allerdings nicht, wie ich dahin komme, aber ich kann ja auch nicht alles erwarten!) und als ich ihn auf einem anderen Gemälde wieder erkannte, sah es tatsächlich so aus, als ob er anfängt, über sein gesamtes Gesicht zu grinsen.

Was ich damit anfange, weiß ich noch nicht, aber, was ich weiß ist, dass sich dieser Museumsbesuch absolut gelohnt hat!

Danach ging ich im Café noch ein Sandwich essen und machte mich dann auf den Weg zur Straßenbahn zurück.

Das ist nochmal ein anderes Thema, aber von dem erzähle ich heute nicht mehr!

Hinterlasse einen Kommentar