Ganz klar, was das heißt: ich bin heute einmal quer über den Bosporus nach Üsküdar, auf die asiatische (oder auch anatolischer) Seite der Stadt übergesetzt.
Heute war ich ein bisschen vorsichtiger, was das „Ziehen eines Tickets“ bei der Straßenbahn betrifft.
Gestern, da habe ich gestern auch aufgehört zu schreiben, habe ich (wahrscheinlich) sieben solcher „Tickets“ gekauft!
Wenn man, in diesem Fall ich, keine Istanbul-Card hat (die sich eigentlich nicht gelohnt hat, da ich soviel gelaufen bin…wenn man aber den „Gruppen-Ticket“-Kauf; den ich vermutlich gestern tätigte, mit einbezieht, sieht das schon ganz anders aus!), dann kann man (wenn man keine haptische Fahrkarte möchte) einfach seine Kreditkarte auf das Display vor der Schranke halten und dann geht’s durch die Schranke rein auf das Gleis (natürlich nicht direkt auf das Gleis, sondern auf den Wartestreifen davor!).
Auf der Hinfahrt hatte das hervorragend geklappt!
Nun (also gestern), als ich vom Museum zurück zum Hotel wollte, ging es nicht. Ich versuche es erneut, dann mit der anderen Karte. Das erste (und ich glaube auch zweite) Mal, versuchte ich auch, das Drehkreuz zu bewegen, was allerdings nicht ging.
Ich sah, dass da immer ein rotes Kreuz aufploppte. Ich versuchte es noch ein paar Mal, mit „allen“ Karten, diesemale wollte ich mit allerdings nicht die Blöße geben, wenn das rote Kreuz aufblinkt, trotzdem noch mal am Drehkreuz zu rütteln. Etwas angepisst und verärgert, stellte ich mich also an der riesen Schlange an dem Automaten an.
Währenddessen beobachtete ich die Menschen, die ohne Probleme die Drehkreuzschranke durchliefen. Dabei fiel mir auf, dass immer wenn die Karte aufgelegt wird, ein rotes Kreuz erscheint!
So ein Fuck, dachte ich mir…versuchte es erneut und …zack, war ich auf der anderen Seite!
Erleichtert, aber auch verärgert über mich … wobei die Reihenfolge eher umgekehrt war … fuhr ich zurück (ich will gar nicht auf die Kreditkarten-Abrechnung gucken, wieviel mal das Geld fürveine Fahrt abgerechnet wurde…nein, das will ich nicht!!!)
Spätee bin ich dann in die 17:10 Uhr Vorstellung von „Digger“ ins Kino, direkt um die Ecke von mir.
Nur noch ein weiteres Paar, ansonsten hatte ich den Kinosaal ganz für mich alleine. Die Kino-Sesseln konnte man, durch Pressen eines Kopfes, wie ein Bett aufklappen (was etwas sinnfrei war, weil ich dann gegen die Decke schauen würde). Dort lag ich, also mehr als ich saß und sah mir den Film an.
Die Lautstärke war gewöhnungsbedürftig und der Sound so enorm, dass oft der ganze Saal vibrierte.
Zu dem Film kann (und will) ich nichts sagen! Alles könnte zuviel sein, also halte ich lieber mein Maul und schreibe stattdessen: „Schaut ihn Euch an!“!!
xxx
Und heute stand also die „andere“ Seite der Stadt an (explizit: die asiatische/anatolische…den „andere“ Seiten“ gibt es hier viele!).
Mit der Fähre ging es über den Bosporus nach Üsküdar. Was eine schöne Überfahrten, bei noch schönerem Wetter.
Ich wollte mich „treiben lassen“ und so ging ich einfach in die Richtung, die sich „richtig“ angefühlt hat. Später fand ich heraus, dass es die Richtung „weg vom Trubel“ war. Sehr gut!!
Allerdings stellte sich das „einfach treiben Lassen“ anfangs, als etwas schwierig raus, da das was mich am meisten trieb, meine volle Blase war! Und da „Blase“ Hirn und Intuition lahm legt, kehrte ich erstmal (eigentlich etwas später als „erstmal“, ich war schon um einiges vom Hafen entfernt) in ein Café ein und bestellte einen „Iced Coffee Late“. Die Toilette besuchte ich, vorausschauend, dort gleich zweimal und dann lief ich los.
Die höchsten Berge rauf, die steilste Straßen herab. Wohngebiete, verschlungene Gassen, Katzen, dafür wenig Menschen, Zwischenstopp in einem Park, heimeliges Töpfe- und Geschirrklappern aus den Wohnungen, die ich passierte… es war Entspannung und Bergtraining gleichermaßen.
Ohne es zu wissen: das hatte ich heute gebraucht!
Dann setzte mein, unübertroffener, Nichtorientierungssinn wieder ein und dank GoogleMaps fand ich zigzack zurück gen Wasser.
Und da die Dusche grade lauter schreit als alles andere, werde ich diesen Ruf erhöhren und morgen, an meinem letzten (vollen) Tag in Istanbul, weiter schreiben.
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