Gleich geht es zum Flughafen, heute Nachmittag dann in den Flieger und morgen früh (Ortszeit) bin ich in Tokio.
Ich habe lange überlegt, was denn der Sinn des ersten, des Schimmel-Zimmer-Hotels war. Ob es überhaupt einen tieferen Sinn hatte? Oder ob ich es einfach als, nicht so optimal verlaufende, Startschwierigkeiten abhaken soll…
Doch tatsächlich kam es mir gestern beim Zurücklaufen vom Park zum Hotel:
Das Hotel davor war mitten im Sultanahmet-Vierel, ich wusste, ich kann alles zu Fuß machen/erlaufen. Über den „Rest von Istanbul“ hatte ich mir da keine großen Gedanken gemacht.
Hätte ich, von Anfang an dieses Hotel in Akşemsettin gebucht, hätte ich mich, mit Sicherheit, um die Istanbul Card gekümmert und wäre nie auf die Idee gekommen, dass man ja auch laufen kann!
Das Laufen war anfangs eher ne „Notlösung“, weil ich keine Lust hatte, mich mit den Öffentlichen auseinander zu setzen (und auch ein wenig „Geld sparen“ wollte, da ja doppelte Hotelkosten angefallen sind!).
Aber, was wäre mir ohne diese Bewegungseinheiten nur alles entgangen!!! Grade beim Hin- und wieder Zurücklaufen, durfte ich die authentischsten, tollsten, abgefahrensten Straßen, Gassen, Plätze sehe… und manche nur 2 kleine Sträßchen neben der Touristenmeile!
Auch der Weg gestern vom Topakı-Park zurück… Auf einmal stand ich vor einem alten historischen Stadttor (später las ich, das dies eines der wichtigsten Tore der Stadt war und tatsächlich, in der Geschichte Istanbuls eine Schlüsselrolle eingenommen hat! Es nennt sich auch „Kanonen-Tor“, weil die schwerste Osmanische Riesenkanone beim Angriff von Sultan Mehmed II. auf das Tor gerichtet war). Im Tor drinnen ein paar Verkäufer. Dann den Schritt durch und auf einmal hatte ich das Gefühl nicht mehr in Istanbul zu sein!
Ich stand auf einem riesigen Platz, links von mir eine armenische Kirche mit uralten Kirchenglocken, um die ganze Anlage Cafés und Restaurant, alles ganz ruhig, kaum Verkehr…
Als ich weiter ging wurde es, natürlich, um mich rum wieder lauter, ich lief auch an der Uniklinik vorbei, mit all den vielen Menschen die rein und raus wollten … Aber es war auf jeden Fall wieder eine Strecke, die sich, sowas von gelohnt hat, zu laufen! Und da es diesmal nur 30 Minuten zu Fuß waren (und nicht die üblichen 48 Minuten), war das ja auch ein lächerlicher Katzensprung!
Apropos Katzen: die werde ich echt vermissen!!
Dann eigentlich, nur noch was gegessen (hab mir einen Sandwich, sowie ein Eclair mit Schokoladensosse mit auf’s Zimmer genommen) und danach wollte ich einchecken bei Turkish Airlines.
Doch leider hat mich die App erneut, beim Auswählen des Sitzplatzes im Stich gelassen und lies es auch diesmal wieder nicht zu!
Da mir ein Gangplatz super wichtig ist (ich brauche das Gefühl, mich frei bewegen zu können, auf die Toilette zu gehen, wann immer ich will und nicht abhängig von den Menschen neben mir zu sein!!), vor allem bei elfeinhalb Stunden Flug, hoffe ich nun inständig, dass das auch klappt!!!
Doch bis dahin, liege ich nochmal auf meinem tollen Bett, in meinem tollen Hotel (falls ich es noch nicht erwähnt habe: New Inn Old Town-Hotel ((leider) unbezahlte Werbung)) und lasse die Zeit in Istanbul noch mal kurz Revue passieren.
Eigentlich war Istanbul gar nicht in meinem Reiseplan eingebaut!
Ich hatte Kuwait gebucht und da ich gerne einen Multi-Stopp-Flug haben wollte, konnten meine Wunschziele mit der Turkish-Airlines erfüllt werden. Immer über Istanbul (aber so ist das dann) und richtig teuer war das Angebot auch nicht!!
Als dann Kuwait unter Beschuss des Iran geriet (wegen amerikanischen Militärbasen, die im Land verteilt sind) und der letzte Drohnenangriff sich erst im September ereignete, strich ich Kuwait und hatte somit 8 Tage „übrig“ (das so im Zusammenhang zu schreiben, fühlt und hört sich ziemlich scheiße an, ich mache mir Gedanken über meinen Urlaub, während in anderen Ländern Krieg herrscht!!) .
Da Istanbul mein Dreh-und Angelkreuz für meine (meisten) Flüge war, entschied ich mich, einfach dann dort zu bleiben, denn Istanbul kannte ich noch nicht! So richtig, richtig Lust hatte ich zwar nicht, aber ich ging wieder voll ins Vertrauen und… was solö ich sagen… ich bin begeistert: tolle Stadt, tolle, nette Menschen, selbst im Regen wunderschön und ich werde sicher wieder kommen!!!
xxx
Weil heute, ausnahmsweise, mal viel Verkehr ist in Istanbul, wurde mein UBER-Fahrer so davon überrascht, dass es ne halbe Stunde später kommt… (ich denke, das ist für jede*n klar: Ironie off).
Ausserdem scheine ich, mehr oder minder, die Einzige zu sein, der die Turkish-Airlines-App das Einchecken erschwert bis unmöglich macht, denn als ich eben nachgeschaut habe (und probiert, aber es hat natürlich nicht geklappt), waren kaum noch Plätze im Flieger frei… und noch kaumerer Plätze am Gang.
Mit der Verspätung des UBER-Fahrers wird die Wahrscheinlichkeit einen dieser letzten Gangplätze zu ergattern, nicht unbedingt größer…
xxx
UBER kam, nachdem er sich noch ein paar Mal verfahren hatte, ich stieg ein, verabschiedete mich innerlich schon mal von Istanbul und los ging’s.
Während ich rausschauen, fragte ich mich wie groß Istanbul wohl wirklich ist und so nach 25 Minuten Fahrt (die gesamte Strecke sollte ca. 50 Minuten dauern) öffnete ich GoogleMaps, um mir ganze Ausmaß Istanbuls mal anzuschauen.
Ach, sieh mal an, hier sind wir. Ist ja lustig, wir sind ja auf der asiatischen Seite. Dann ist der Flughafen wohl auf dieser Seite der Stadt…ist mir auf der Hinfahrt gar nicht aufgefallen, naja, war ja auch dunkel…. Aber …warum… sind wir auf der asiatischen Seite? Der Flughafen ist doch….Moment mal… zu welchem Flughafen hab ich das UBER bestellt???
Eiskalt und gleichzeitig lavaheiß lief es mir den Rücken runter …und als ich Bestätigung gefunden hatte, diese mit meinen Flugdaten und erneut mit der UBER-Bestellung verglich, mit wackelndem Handy durch zitternde Hände, stellte ich fest: der fährt mich grade zum falschen Flughafen!!!
Glücklicherweise bin ich, was internationale Unterhaltung, ohne die jeweilige Sprache zu können (mein UBER-Fahrer konnte null Komma null Wörter auf englisch, was er ja in seinem Land ja auch nicht braucht, mir hätte es allerdings in diesem Fall etwas geholfen..) schon etwas versierter geworden, so konnte ich ihm, mein Dilemma mitteilen und was ich verstand war, übersetzte (vermute ich) soviel wie: „Du meinst den anderen Flughafen? Der ist auf der komplett anderen Seite der Stadt. Ich drehe um, ich hoffe, Du hast Zeit, das wird ne längere Fahrt“, so in etwa…
Ich zeigte ihm, um nochmal sicher zu gehen, mein Ticket inklusive Abflughafen, er zeigte mir den Daumen los und dann ging es ab… Fast geflogen sind wir, er eröffnete auf mancher 3 spurigen Strasse die vierte Spur und da ich ja zeitlich immer alles einplane und somit auch meistens einen Puffer habe, kam ich pünktlich am Flughafen an, klopfte dem Fahrer öfter die Schulter und lachte befreit los!
Wie der Flug war, ob ich trotz der falschen gebuchten Fahrt noch meinen heißerwünschten Gangplatz bekam und wie der erste „Tokio-Flash“ war, das erzähle ich morgen…
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