Vom Zombie-Modus zur real Anke zurück

Ich denke, so langsam hab ich den Jetlag überstanden, gestern Abend hat er mich nochmal kraftvoll gepackt, geschüttelt und niedergestreckt!

Das „Harry Potter“-Erlebnis, welches ich gestern, mit meiner Zufallsbekannten Minal aus Indien, zusammen genießen durfte, war viel, überwältigend und überraschend (mein Nervensystem durfte wieder auf Höchstleistungen laufen).

Nicht nur, dass ich „Harry Potter“ liebe und die Tour (Tour, weil es ein „Rundgang“ ist, man durfte alleine gehen, allerdings hätte man sich auch einer geführten Tour anschließen können) großartig war, so hatte ich auch eine sehr interessante Frau an meiner Seite.

Beim Mittagessen (ich hatte ein Slytherin-Menü und Minal Butterbier und Popcorn) erzählte sie mir, warum sie grade jetzt in Tokio sein (btw. sie arbeitet für TÜV Süd… verrückt!).

Wir unterhielten uns ein wenig über unser Leben, dann berichtete ich von meinen 3 Monaten in Jodphur, in denen ich in einem Empowerment-Center für Frauen der Dalit gearbeitet habe und dass, ich es erschreckend finde, dass Schwiegermütter dort über das komplette Leben der angeheirateten neuen Tochter bestimmen können, so dass einige junge Frauen, mir denen ich zusammen in Jodphur arbeitete, richtig Angst hatten zu heiraten.

Auf einmal wurden ihre Augen feucht und sie erzählte mir ihre Geschichte.

Sie wohnt in der Nähe von Mumbai und war, bis vor einem Monat, verlobt.

Die Familien ihres Zukünftigen hatte genug Geld für Haushaltshilfe und Fahrer. Nun wurde, von der angehenden Schwiegermutter, die Haushaltshilfe gekündigt, denn da wäre ja bald Minal, die das (neben der Arbeit) übernehmen könne.

Und wenn sie das schon übernimmt, dann soll sie auch endlich das Fahren mit einem Schaltwagen üben, damit der Fahrer auch entlassen werden kann.

Minal weigerte sich und verlangte Stellungnahme von ihrem Verlobten. Tja, der allerdings, sagte dazu mal gar nichts und zog den Schwanz ein.

Minal löste die Verlobung auf, erzählte es erst dann ihrer Familie (die komplett hinter ihr stand!) und plante die Reise nach Japan.

Das nenne ich mal stark und empowert!! Meine komplette Hochachtung für sie…die ich ihr auch gleich aussprach!!

An diesem Moment fühlten wir uns noch „näher“ und wir lachten und quatschten wie zwei alte Freundinnen.

Das Ende der Tour war in Sicht (da war ich leider etwas enttäuscht: es wurde eine Aufschrift: „Hogsmeade“ angekündigt, worauf ich mich dann tierisch freute… allerdings blieb es bei der Aufschrift und es folgte der Ausgang… blöd, blöd, sau-blöd!), Minal hatte sich einen Hogwarts-Umhang  gekauft, denn sie noch personalisieren lassen wollte (dauerte 20 Minuten) und ich merkte, wie so langsam, mein Hirn wieder schwammig wird und sich um mich herum, wieder alles etwas wattig (nicht von „Wattenmeer“, sondern von „Watte“) anfühlte… ein klarer Befehl an mich: es ist genug, geh heim!

Und da ich ja weiß, was passiert, wenn ich solche, eindeutigen Hinweise meines Körpers ignoriere, hörte ich diesmal auf ihn und verabschiedete mich, mit vielen Drückern und dem Ausdruck von riesigem Respekt und Anerkennung für Minal und machte mich auf den Weg zurück.

Dass es tatsächlich an der Zeit war, merkte ich, als ich zwei mal (!!) an der U-Bahn-Station vorbei lief und sie nicht fand und dann schließlich in den richtigen Bahnen sitzend, aufpassen musste, nicht fest einzuschlafen.

(Gestern in den Studios war ich übrigens richtig dankbar, dass ich keinen Platz mehr hatte im Koffer: ich hätte ansonsten wahrscheinlich ein Vermögen in den „Harry Potter“- Shops ausgeben!)

Im Hotel zurück, wurden erstmal, die Augenlider gepflegt. Dabei, bzw. davor trage ich eine erwärmbare Augenmaske und ich weiß gar nicht, wie oft ich, in den 11 Minuten Masketragen, eingenickt bin!

So: raus, raus mit mir,es ist erst 18:00 Uhr, schlafen gildet noch nicht!

Allerdings wurde „Essen gehen“ auch wieder nichts, da mir das dann doch zuviel war.

„Seven Eleven“… here I am again!!

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Heute morgen war ich etwas smarter und ersetzte den Grünen Tee durch Kaffee mit Kaffeeweißer.

27 Grad sollen es heute werden, meine intuitiver Tagesplanung fiel auf den „Ueno-Park“ und so werde ich gleich die 30 Minuten dort hin laufen und schauen, was mich, denn da so erwarten wird!

       xxx

Leider muss ich jetzt noch einen Zwangsstopp einlegen…sehr weit bin ich nicht gekommen, grade mal zur Lobby und wieder hoch!

Ich habe für heute einen Laundry-Abhol- und Bringservice bestellt, der meine Wäsche unten in der Lobby abholen wollte und sie dann morgen wieder, gewaschen, zurück bringt.

Nur leider, will das Hotel meine Wäschesäcke nicht lagern, bzw. übergeben, da sie mit diesem Service nicht zusammen arbeiten.

Nun muss ich warten und sie selber übergeben. Und, damit ich einen Puffer habe, habe sie zwischen 11 und 12 bestellt und jetzt ist es 10:40… ich hoffe, sie sind japanische pünktlich (wobei, bei einem Zeitspann von einer Stunde ja 11:30 am „höflichsten“ wäre, oder?)!

Im Internet hat sich das alles etwas anders angehört… Was wieder einmal beweist: das Internet lügt!

Tja, kleines Update: da wird gar nie, nicht, überhaupt niemand kommen! Als ich gegen 11:20 meine Mails checkte, und auch mal in den SPAM schaute, fand ich eine E-Mail von denen, dass sie bis zum 30.10. keine Order mehr annehmen!

Memo an mich selbst: nicht immer dem Internet glauben und auch immer in den SPAM-Ordner schauen!!

Aber das Schöne an der Sache ist: ich habe viel, viel Geld gespart, denn ich habe herausgefunden, dass in Kagoshima, mein nächster Stopp, eine Münzewaschmaschine im Hotel ist!

So, dann mal los in den Ueno-Park. Eine schöne Strecke, erst die Nebenstraßen, dann eine große.  Da ich weiß, dass herum fotografieren hier als unhöflich gilt (also ungefragt, random Menschen auf dem Bild mit aufzunehmen), war ich sehr vorsichtig oder hab es ganz gelassen.

Der Park ist riesig, hier gibt es Tempel, zig Museen, Brunnen…

Da ich keine Lust hatte, mich aktiv zu entscheiden (irgendwann hat es sich auch mal aus- und genugentschieden!), ließ ich mich treiben und über mich entscheiden.

Erst Tempel, dann Hunger!

Da beide Cafés proppen-voll und mit langer Schlange davor, eine Wartezeit, die ich nicht hatte (hatte noch nichts gegessen und es war schon 12:30) prophezeiten, war es fast wie ein Wunder, als ich mich, einmal im Kreis, drehte (also natürlich nicht komplett einmal rum, dann hätte ich ja logischerweise wieder vor dem Café gestanden!) und vor mir ein Food-Market lag!

2 Spieße, einer mit Tintenfisch, der andere Hähnchen und einem Ice-Greentea (mit Essen sollte das ja funktionieren!), werde ich nun wohl ins National-Museum steuern, das liegt nämlich genau vor mir!

(Abgesehen ist es so heiß heute, dass ich ne Museumsabkühlung gut gebrauchen kann!)

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