Das “ Tokio National Museum“ ist eigentlich was für eine Woche und nicht für einen Nachmittag… das habe ich schon beim Betreten des Vorgartens, gleich hinter dem Eingang, erahnt!
Zwei große Hauptgebäude… dann kommt noch der Teegarten dazu und als ich dachte, nun hätte ich es „geschafft“, offenbarte sich ein Schild vor meinen Augen mit einem Pfeil zu der nächsten Ausstellung in einem „Anbau“.
Diese habe ich aber eher an mir vorbei schweifen lassen… mein Gehirn und Aufnahmevermögen waren dem Platzen nahe!
Trotz Füße, die gefühlt die Schuhe sprengten (es machte den Anschein, meine Füße wären, während des Museumbesuchs, zu Hobbit-Füßen mutiert!) beschloß ich, die 40 Minuten zu laufen… und es waren laaaaange Minuten!!
Kurz vor Hotel (mit dem Wissen um eine Dusche und der Vorfreude, auf das Zischen, der Füße, wenn ich sie von den Schuhen befreie) ging ich die Nebenstraßen und musste erneut feststellen, wie grandios diese sind!
Super ruhig, trotz Riesenstraße parallel, oft kleinere ein bis zwei Parteien-Reihenhäuschen, viele mit improvisierten Gärten, es gibt kleinen Cafés oder Werkstätten… eine völlig andere Welt, nur 10 Meter entfernt des Verkehrschaos. Nee, Chaos ist das falsche Wort … hier ist nichts chaotisch!!
(Es ist auch eine große Umgewöhnung, an roten Ampeln stehen zu bleiben… stehenbleiben, selbst wenn kein Auto kommt!)
Ich hatte mir für abends ein kleines Restaurant am Wasser rausgesucht, da ich nicht suchen wollte (viel suchen muss man nicht, hier ist ein Restaurant neben dem anderen… es ging mir eher um das „spontan entscheiden“, das wollte ich, zu Gunsten meines Limbisches Systemes und der aufkommenden Entscheidungsmüdigkeit, mal für den Abend sein lassen!).
Meine Wahl war leider wohl auch die Wahl einiger anderen (das hieß in dem Fall: es gab keinen Platz)und so ging ich „spontan“ in einen japanischen „Family Markt“, kaufte mir einen Salat mit Soban-Nudeln, japanische Wraps und einen „Kreppel“ gefüllt mit Melone für’s Zimmer.
Heute morgen war ich dann auch mal frühstücken, tatsächlich sehr früh, da das Café, welches ich rausgesucht hatte (ich wollte erneut der Entscheidungsmüdihmgkeit entgegen wirken) nicht allzu groß war.
Ich hatte einen Frühstückssalat, einen Toast mit Käse, Eisalat und Wurst und einen japanischen Kaffee.
Nicht sehr japanisch das Essen, aber lecker. Der Kaffee war zwar nicht aus japanischen Kaffeebohnen, aber dafür japanisch geröstet.
Er hat wirklich gut geschmeckt und ich bedauerte ein wenig meinen amerikanischen Tischgegenüber, der sich einen „Americano“ bestellt hatte!
Danach musste ich nochmal schnell zurück auf’s Zimmer, weil ich vergessen hatte mich einzucremen und die Sonne um 9 Uhr schon so ballerte, dass das unbedingt noch nachgeholt werden musste!
Kurz nach 9:00… was ist denn das für eine Uhrzeit am Samstag!?!
Da meine heutige geplante Aktivität erst um 14:00 beginnt, hatte ich noch genügend Zeit für ungeplante.
Mein Hotel liegt in zweiter Lage zum Sumida River, so beschloß ich die Ufernpromenade abzuspazieren.
Allerdings hatte ich nicht mit der Masse an Joggern gerechnet, die diese Strecke als ihre Laufstrecke auserkoren hatten.
Ich glaube, weniger die Tatsache, dass ich das Gefühl hatte, ein Hindernis für die Läufer zu sein, sondern eher, dass ihre Aktivität mich schmerzlich daran erinnerte, dass ich in den letzten 40 Tagen keinen (!!!) Sport gemacht habe, 20 Prozent meines Gepäcks aus Lauf-und Yogasachen bestehen, die ich (ausser mal zwecksentfremdet) kein einziges Mal anhatte und mich eh so langsam auch etwas unwohl in meinem Körper fühle, haben meine Grübeleien auf dem Uferweg angetrieben.
Jaaaaaa und dannnnnnn, dann kam leider noch ein ganz anderes, ziemlich unangenehmes, aufdringliches und dringendes Gefühl, bzw. Bedürfniss dazu!
Die japanische Röstkunst hat es in sich und so drängte sich der unmissverständliche und unmittelbare Bedarf einer sanitären Anlage auf! Und zwar sofort!!!
Ein Glück, gibt es viele solcher Anlagen, sauber und öffentlich…und GoogleMaps weiß, wo sie sind!
Die nächste war in einer U-Bahn-Station…also rein da und…loslassen!
Da ich nun schon mal in der Metro, bzw.deren Station war, konnte ich auch mit ihr losfahren.
Mein „Termin“ heute nachmittag ist im „Kokyo Gaien Wadakura Fountain Park“, ich schaute nach was so dahin fährt…nix…also, was dann halt so ungefähr in die Richtung fährt…und beschloß, eine Station mit der Metro zu fahren, auszusteigen und einfach mal schauen, was da so ist!
Eine Station später stieg ich also aus und stand auf einmal in „Anime-City“: über mir, vor mir, neben mir Animes, bunt, laut, Animes Cafés, Spielhallen und über unseren Köpfen wurden Anime-Serien beworben.
Hier bin ich gelandet:
„Akihabara – von den Einheimischen liebevoll Akiba genannt – ist das weltweit berühmte Elektronik-, Manga- und Anime-Viertel im Herzen von Tokio. Die Lebensader des Viertels ist die breite Hauptstraße Chuo-dori Avenue, die sich an Sonntagen in eine reine Fußgängerzone verwandelt. Während Akihabara heute optisch von riesigen, bunten Werbebannern, mehrstöckigen Gaming-Spielhallen (Arcades) und modernen Cosplay-Cafés dominiert wird, ist es gleichzeitig ein gigantisches Eldorado für Nostalgiker. In geschichtsträchtigen Kaufhäusern wie dem Mandarake Complex oder dem Radio Kaikan schrumpft die Zeit: Hier finden sich neben modernem Merchandise riesige Retro-Abteilungen voller seltener Vintage-Schätze, originaler Vinyl-Schallplatten und Sammlerstücke zu den Anime-Klassikern der 1970er und 80er Jahre.“ (Quelle: Gemini)
Tja, auch wenn ich kein Anime-Fan bin, hätte ich was verpasst, wenn ich hier nicht zufällig gelandet wäre!
Und ohne den japanisch gerösteten Kaffee wäre dies sicher auch nicht passiert…
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