Heute geht, bzw. fliegt es, bzw. ich, weiter. Und zwar in dem Süden, nach Kagoshima, die südlichste Großstadt des Landes.
Ausserdem habe ich heute Bergfest!
Ich weiß gar nicht, ob es sich nach „Waaaaas?? Schon jetzt?“ anfühlt oder eher nach „Krass!! Ich hab erst Halbzeit!!“.
Einerseits rennt die Zeit, andererseits, hab ich schon soviel erlebt, dass es sich jetzt bereits nach 3 Monate Reisen anfühlt…
Um die Zeit noch etwas zu streeeecken, begebe ich mich nochmal kurz in die Vergangenheit und schreibe ein bisschen von gestern.
Um 14:00 war Treffpunkt für die geführte Exkursion „Kaiserpalast und Shogun, Historische Walking-Tour“ auf englisch.
Eine schön kleine Gruppe von 11 Personen, diesmal weniger bunt, sie bestand aus Deutschen und US-Amerikanern und unserem Guide Ma aus Hong Kong, der sofort klarstellte, das Hong Kong nicht China ist und in Hong Kong auch kein Mandarin gesprochen wird, sondern Kantonesisch und viele Hong Konger*innen Japanisch sprechen, weil sie sich dem Land und Kultur näher fühlen.
Das losgeworden, ging es los.
Ich erzählte ihm dass ich 1996 (kurz bevor die Stadt an China zurück ging) Hong Kong mit einem Freund besucht habe und er sagte dazu „nur“: seit dem hat sich viel geändert und viele sind im Gefängnis.
Gleich zu Anfang sprach mich eine junge Frau, ebenfalls Solo-Travellerin, an, ob ich Deutsche wäre, meines Namens wegen… und so bekam ich eine „Tour Begleitung“. Von Small-über Deeptalk war alles, und auch relativ zügig, dabei und so hatte ich auf der einen Seite eine sehr emphatische Unterhaltung und auf der anderen eine lustige, informative und kurzweilige, geführte Führung.
Nach den 2 Stunden merkte ich meinen Körper (ich war ja den Tag davor und auch, vor der Tour, am selben Tag, schon wahnsinnig viel gelaufen)… eigentliche fühlte ich fast zwei Körper, so kaputt war ich! Jeder Knochen, jedes Gelenk, jeder Muskel und sämtliche Knorpel meines Organismus waren zu spüren und das in einem eher unangenehmen Kontext!
Ich schleppte mich zur Metro, schaffte es, grade soeben noch, in den „Family Markt“ (kaufte mir Sushi und Süßes) und lies mich, im 12. Stock meines Hotels, auf das Bett fallen!
Erst packen? Erst essen? Erst duschen? Oder doch mit der Augenlidrandpflege anfangen?
Selbst diese Entscheidungen waren höchst kompliziert und kaum ausführbar.
Ich entschied mich, nachdem ich mein Tablet mit dem Handy gekoppelt hatte, da nur auf einem Gerät WLAN funktioniert, erstmal „Harry Potter und die Kammer des Schreckens“ weiterzuschauen, um dann nach ein paar Minuten des Nichtstuns, etwas zu essen.
Was freute ich mich auf das Sushi!!!
Sushi ausgepackt, Sojasauce bereitgestellt, Stäbchen in die Hand und Sushi schnappen.
Ich wunderte mich etwas über die Konsistenz: beim Greifen des Häppchen zogen sich Fäden von einem zum anderen.
Dann biss ich zu und… „Scheiße… was ist das denn? Ist das Sushi etwa schlecht?“… noch ein Stück des nichteinzuordenden Etwas…
Nee, „schlecht“ im Sinne von „umgekippt/verdorben“ ist das nicht… Es ist nur…nur…nicht lecker!!
Aber, wozu gibt es denn Apps zum Übersetzen und Erklären!!?
Foto gemacht, hochgeladen…und das kam raus:
„Das ist Nattō-Hosomaki (納豆細巻き) – also eine dünne Sushi-Rolle (Hosomaki) gefüllt mit Nattō (fermentierten Sojabohnen).
Auf dem Etikett steht genauer „こだわり納豆の納豆細巻き寿司“ (Nattō-Hosomaki aus speziell ausgesuchtem Nattō). Die Zutaten sind laut Etikett Reis (aus Japan), gewürzte Nattō-Bohnen, Sojasauce in einem extra Beutel und Norimagi (Seetang).
Nattō ist in Japan extrem beliebt, für Einsteiger aber oft sehr gewöhnungsbedürftig: Es hat einen sehr eigenen, kräftigen Geruch, eine leicht nussige Note und vor allem eine klebrig-schleimige Konsistenz mit Fäden.“
Nattō… Hatte ich von meiner chinesischen TCM-Akupukteurin schon mal gehört, soll sehr gut gegen Hitzewallung und Wechseljahresbeschwerden allgemein sein… Also gut, rein damit! Mit der Zeit wurde es auch besser. Es ist jetzt nicht so, dass ich es zum Schluss lecker fand, aber Nattō gehört definitiv zu den Dingen, an die man sich „gewöhnen“ könnte…
Gegen Hitze in der Nacht und Schlafproblemen (kann sein, dass der sehr unruhiger Schlaf aber auch flugbedingt ist…warum auch immer) hat das ungewollte Nattō-Experiment so schnell allerdings nichts geholfen…
Egal, etwas geschlafen habe ich und, da morgen in Japan ein Feiertag ansteht, wollte ich lieber früh als später los.
Raus aus dem Hotel, rein in den Fahrstuhl runter zur Metro zum Flughafen Haneda.
Was ein Segen, dass die U-Bahn durchfährt und ich nicht umsteigen muss!
Komisch nur, dachte ich mir, als ich deinen einen Platz gefunden hatte, dass Flughafen Haneda gar nicht angezeigt wird. „To Misakiguchi“??
Jetzt nicht panisch werden, wird schon alles stimmen…
Warum sagen die nie „Haneda“ sondern immer nur „Misakiguchi“? Na gut, mein Japanisch ist jetzt nun nicht grade gut, aber wundern wunderte es mich doch…
Schnell mal googeln…
Nachdem dann diese Antwort kam:
„Achtung, bitte jetzt an der nächsten Station aussteigen!
Züge mit der Anzeige „for Misakiguchi“ biegen vor dem Flughafen ab und fahren weit in den Süden von Tokio (Richtung Miura-Halbinsel). Dieser Zug bringt Sie nicht nach Haneda.“…
stieg ich dann vorsichtshalber mal aus!
Und tatsächlich: ich saß in der falschen Bahn, die richtige kam ein paar Minuten später. Glücklicherweise hatte ich es noch früh genug gecheckt, so dass ich einfach auf den nächsten Zug warten konnte, ohne zurück-oder woauchimmerhin zu fahren.
Ab da ging alles einwandfrei weiter.
Terminal 2, Domestic Flights, Ticket hatte ich schon auf dem Handy, Koffer in den Koffer-Aufgebe-Automaten, dann weiter zur Sicherheitskontrolle.
Dort hatte ich noch einen kleinen Zwischen-Aufenthalt, weil ihnen meine Powerbank verdächtig vor kam. Sie wurde vom einen zum anderen gehändigt, Taschenlampen kamen zum Einsatz, verwirrte und unschlüssige Blicke, bis ich sie schließlich zurück bekam.
Ich muss dazu sagen, meine Powerbank ist ein Poser! Dick und groß, allerdings wenig Watt. Wat willste machen???
So, nun geht es demnächst los!
Ein kleines Update zur Nattō-Verkostung: mein Darmtrack … ich nutze nochmal die Antwort von Google:
„Das erklärt es ziemlich sicher: Eine ganze Packung Nattō beim ersten Mal ist für einen ungeübten Darm oft schlicht zu viel. Da die Bakterienkultur (Bacillus subtilis) extrem aktiv ist, führt diese Menge bei der ersten Konfrontation sehr häufig zu heftigen Darmbewegungen und Durchfall.“
Hallelujah…haben wir das auch geklärt!
xxx
Ein kurzer Flug, keine 2 Stunden, trotzdem gab es Kopfhörer, Monitor für jeden (hab natürlich nur einen halben Film geschafft) und ein Getränk (heißer oder kälter Kaffee, Grüntee, Cola und irgendeine Suppe).
Ich sitze nun um Bus in die Stadt rein… und ich will jetzt aus dem Fenster schauen!!
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