Heute ist ein japanischer Feiertag, nämlich „Der Tag des Sports“.
Laut Google und ChatGpd soll auf den Straßen viel los sein, die Parks voll von Menschen und überall Sportangebote und öffentliche Spiele stattfinden.
Ob ich am besten mit meiner Sportleggings rausgehe, um gleich irgendwo mitzumachen, war eine meiner Fragen. „Tolle Idee“, die Antwort.
Glücklicherweise hör ich ja nicht mehr unbedingt auf die verschiedenen KI’s, denn, zumindest heute vormittag, sind mir, ausser ein paar Läufern (aber die wären am „Tag des Rindviehs“ oder am „Tag der Sonnenexplosion“ wahrscheinlich auch gejoggt…) keine sportliche aktiven Menschen begegnen und die zwei Festzelte, die ich an verschiedenen Orten der Stadt entdeckt habe, waren menschenleer.
Kagoshima, die südlichste Großstadt des Landes ist, im Vergleich zu Tokio, natürlich winzig, aber die hat absolut ihren Charme!
Subtropischen Klima, gestern 26 Grad mit 80 % Luftfeuchtigkeit, heute nur 65 % feuchte Luft, dafür 29 Grad, die reinhauen!
Mein Hotel ist gleich überhalb des Busbahnhofs (was ein Luxus!), im 7. Stock die Rezeption, im 14. Stock mein Zimmer.
Erstmal Wäsche waschen…ziemlich, ganz und sehr wichtig. Sie haben hier Waschmaschine und Trockner im Haus… also ran an die Stinkeklamotten.
Viel Japanisch (was ja auch logisch ist in Japan) und ein Fitzelchen auf Englisch erklärt.
Nach ein paar Anlaufschwierigkeiten lief die Maschine und ich ging, die halbe Stunde, nochmal auf’s Zimmer zurück.
Die 30 Minuten später also, wieder in den 12. Stock zu den Maschinen, einen kurzen Herzstolperer gekriegt, als ich las, „mit dem selbsausgedachten Code die Trommel wieder öffnen“. Was für einen Code?? Selbstausgedacht? Hab ich doch gar nicht… Allerdings hab ich beim „ausprobieren“ auf der Tastatur rumgetippt…war das jetzt ein Code??
Nein, es war keiner, ich habe die Maschine ohne Code geschlossen, der Code ist nur dafür da, wenn man die Maschine für sich sichern möchte.
Auf dieses Sichern, hab ich dann beim Trockner auch verzichtet, ich gehe nicht davon aus, dass jemand aus dem Trockner meine Wäsche klaut!
Nachdem ich endlich wieder was Frisches zum Anziehen hatte, wollte ich mir die Stadt anschauen.
Das war ein Kulturschock nach Tokio!
593.750 Einwohner, gegenüber 14 Millionen in Tokio (und das obwohl Kagoshima 3 x soviel Einwohner hat wie Darmstadt).
Der Vulkan auf der vorgelagerten Insel mit dem Namen Sakurajima (Kirschlüteninsel), saftiges Grün um und in der Stadt, der Kotsuki-Fluss, der direkt in die Kingo-Bucht fließt, dazu, gestern, wie schon erwähnt, (sub-)tropische 80 % Luftfeuchtigkeit und bedeckter Himmel, allerdings warm, schwül, irgendwie „Urlaub„.
Ich ging ein wenig spazieren und spazierte dann, letztendlich noch mal in einen „Family Markt“, weil ich doch sagen muss (abgesehen, eventuell von Nattō-Produkten), dass ich hier immer kostengünstig und lecker (!) was gefunden habe!
Die darauffolgenden Nacht (oder auch: die Nacht auf heute) war geprägt von: Klimaanlage an, Klimaanlage aus. Ich kann nämlich leider kein Fenster in meinem Zimmer öffnen, mit Klima schlafe ich aber nur sehr ungern… so wurde es also eher eine „dynamische“ Nacht (passt dann ja auch zum „Sport-Tag“).
Das Bett ist top und die Kopfkissen sind anscheinend japanischer Hotel-Standart!
Nach dem Aufstehen freute ich mich auf einen Kaffee. Zwar hatte ich meine „Kaffee-Ration“ schon am Tag davor getrunken, aber vielleicht hängt ja schon der Beutel mit den Handtücher und dem neuen Kaffee vor der Tür, so wie in Tokio!?
Nein, leider nicht! Und da ich auf ein erneutes „Grüntee auf leeren Magen“- Erlebnis verzichten wollte, verzichtete ich ganz auf ein Heiß-Getränk.
Da mir überall „Highlife“ versprochen wurde, war mein Plan, mich einfach durch das Hoheleben zu schlängelt und inspirieren zu lassen.
Nur war da, bedauerlicherweise, keins.
Ich beschloß mich trotzdem „treiben“ zu lassen und als mir das zu langweilig wurde, schaute ich auf GoogleMaps, sah, dass die Bucht nur 30 Minuten Fußweg weg ist und setzte mich in Bewegung.
Alter, war das heiß!! Eigentlich ja „nur“ 29 Grad, aber die fühlten sich ziemlich groß an!
Ich wurde über die „Tokio-Meile“ (mit vielen Lichtern, lauten Videoansagen über den Köpfen und ner Menge an Menschen (hier waren sie also!) gelotzt.
Der Hafen an sich war etwas eintönig, man durfte nicht ans Wasser und ausserdem war es heiß!! Was beneidete ich die Japanerinnen über ihre Regenschirme (nicht über die langen Handschuhe und Full-Face-Masken, um sich vor der Sonne zu schützen).
Da ich unbedingt noch in einen Drugstore musste, ging ich langsam (!) wieder Richtung Einkaufsmeile.
Durch meine, doch eher eintönige (und nicht unbedingt gesunde) Ernährung seit Wochen und höchstwahrscheinlich auch zuwenig Wasser, welches ich zu mir nehme, habe ich einen leicht entzündeten Mund, bzw. Diaphragma oris (da kannst mal nachgoogeln, was das ist!). Um diesem „Skorbut“ Einhalt zu gebieten, habe ich mir, mit Hilfe von Gemini-Übersetzungen (ja, da taugen KI’s wirklich was!!) etwas aus der Drogerie geholt (da die japanischen Drugstores voll mit allem sind, hat dieser Einkauf etwas länger gedauert, da ich viel „auf Verdacht“ fotografiert und abgefragt hatte, was so mal rein gar, garnichts mit „Vitaminmangel“ zu tun hatte).
Daraufhin wieder raus in die Hitze. Das war’s erstmal, dachte ich mir. Ich bin eine Stunde gelaufen (also schnelleres spazieren gehen), das war mein Sport, heute ist Feiertag, da mach ich jetzt genau das, was ich zuhause auch, an so einem Tag mache… nämlich nichts!!
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