Warum es schwierig ist, heute eine Überschrift zu finden…

Ich geh heute ins „Kanoya Air Base Museum“.

Eigentlich wollte ich als heutige Titel sowas wie „Flieger, grüß mir die Sonne“ oder so.

Dann dachte ich: „Flieger…Japan…Pearl Harbour…Hiroshima…“, die Gedanken-Kette fühlte sich nicht gut an.

Ich hab dann ein wenig recherchiert und mein ungutes Gefühl ( bezüglich dieser Überschrift und Kanoya) wurde krass bestätigt, allerdings nochmal anders als erwartet.

Da dies auch zur japanischen Geschichte gehört (wie bei uns die NS-Zeit, die nicht vergessen werden darf!!) und ich genau hier, in Kanoya bin und mir später das Museum/Gedenkstätte ansehen werde, habe ich das, was ich gefunden habe mal rauskopiert:

„Historischer Hintergrund: Kanoya und die Geschichte der Kamikaze

Die Stadt Kanoya in der Präfektur Kagoshima nimmt einen bedeutenden, aber auch tragischen Platz in der modernen Geschichte Japans ein.

Der Ort war während des Zweiten Weltkriegs das größte Epizentrum für die sogenannten Selbstopferungsflüge der kaiserlichen japanischen Marine.
Der im Westen geläufige Begriff „Kamikaze“ (神風) bedeutet übersetzt „Göttlicher Wind“. Er geht auf eine mittelalterliche Legende über Taifune zurück, die Japan vor mongolischen Invasionen retteten.

Gegen Ende des Pazifikkriegs (1944–1945) missbrauchte die japanische Militärführung diesen Begriff als Bezeichnung für eine verzweifelte Taktik: Piloten wurden beauftragt, ihre mit Sprengstoff beladenen Flugzeuge gezielt in feindliche Kriegsschiffe zu steuern.

Die Rolle von Kanoya:
Der Luftstützpunkt in Kanoya war der strategisch wichtigste Ausgangspunkt für diese Einsätze, insbesondere während der Schlacht um Okinawa. Über 800 Piloten starteten von hier aus zu Missionen, von denen es aufgrund der Treibstoffmenge und der fest verankerten Bomben keine Rückkehr gab.

Entgegen weitverbreiteter Klischees handelte es sich bei den Piloten meist nicht um ältere Elite-Soldaten, sondern um sehr junge Männer – oft Studenten und Teenager im Alter zwischen 16 und 22 Jahren –, die unter immensem gesellschaftlichen und militärischen Druck standen.

Heutige Erinnerungskultur:
In der Gegenwart wird diese Geschichte vor Ort, insbesondere im Kanoya Air Base Museum, nicht im Sinne von Kriegsstolz, sondern als mahnendes Erbe aufgearbeitet. Im Zentrum der Erinnerungskultur steht das Gedenken an das menschliche Leid und die dokumentierten Abschiedsbriefe der Piloten, die als universeller Aufruf zum Frieden verstanden werden.“ (Quelle: Google)

Die moderne Stadt Kanoya, mit ihren ca. 100000 Einwohnern (allerdings auf einer Fläche verteilt, die fast 4x so groß ist wie Darmstadt), ist echte Provinz. Das Wort „Provinz“ ist immer so negativ behaftet, dabei meine ich das gar nicht so!

Es gibt hier weder einen Bahnhof, noch Kinos, keine „Einkaufszeile“, es spricht (so gut wie) niemand englisch und es gibt keinen „Starbucks“ ( auf den ich gut verzichten kann, ich habe ihn nur als „Beispiel für fehlende Infrastruktur“ aufgeführt 🤪).

Die Menschen sind so mega freundlich und da wir uns sprachlich nicht verständigen können (ausser im Hotel mit Übersetzungsprogram), lachen wir uns einfach an und bis jetzt hat alles funktioniert!

Ich hatte einen der besten (liebevoll selbstangerührten!) Iced Matcha Latte (das ich dieses Zeug so mögen würde, hätte ich auch nie gedacht!!).

Und, ich bin wohl eine (oder die?) einzige westliche Touristin hier…es wird viel geguckt und gestern auf der Fahrt hierher, kam, einer nach dem anderen an und hat mich gefragt, wo ich denn herkomme (also die, die im Bus englisch konnten).

Meine eigentliche Eincheckzeit im Hotel in Kanoya, war 16:00 Uhr. Als ich ankam war es 14:00 und ich wollte einfach nur das Gepäck da lassen.

Aber (das ganze Gespräch mit Übersetzungs-Apps auf den Handys), ich durfte tatsächlich schon rein.

Die Fenster haben keine Fliegengitter, also müssen sie zu bleiben, ansonsten könnten, neben der „normalen“ Stechmücke auch Tigermücken, Stinkwanzen, japanische Hauskakerlaken (die wohl ware Kletterkünstler sind), riesige (aber harmlose…aber brauch ich trotzdem nicht!) Huntsmanspinnen oder asiatische Riesen-Huntertfüssler reinkommen. Und zu den letzteren kopiere ich noch mal einen kurzen Text:

„Der japanische Riesen-Hundertfüßer (wissenschaftlich Scolopendra subspinipes mutilans, in Japan als Mukade bekannt) ist ein großer, giftiger Räuber, der bis zu 10 bis 20 Zentimeter lang werden kann.
• Aussehen: Sie haben einen dunklen, oft rötlich-braunen Körper mit auffälligen orangen oder roten Beinen und kräftigen Giftklauen am Kopf.
• Lebensraum: Man findet sie vor allem in feuchten, dunklen Bereichen, unter Steinen, im Laub oder gelegentlich auch in Häusern, wenn sie auf Futtersuche sind.
• Nahrung: Als aggressive Jäger fressen sie Insekten, Spinnen, aber auch kleine Echsen oder Mäuse.
• Biss und Gift: Ihr Biss ist extrem schmerzhaft und führt schnell zu starken Schwellungen, Rötungen und Entzündungen.

Verhalten bei einer Begegnung

• Die Tiere sind von sich aus nicht aggressiv, beißen aber zu, wenn man sie berührt, bedrängt oder sie versehentlich im Bett oder in Schuhen einklemmt.
• Sollte es zu einem Biss kommen, kühlt man die Stelle am besten sofort mit einem Eispack und sucht bei starken allergischen Reaktionen einen Arzt auf.„

Ja, auch das brauch ich nicht…dann lieber wieder eine (in diesem Fall zwei) „Klima an – Klima aus“- Nacht!

Und da ich die Suptropischen Blutsauger nicht ganz so auf dem Schirm hatte (Stech- und Tigermücken), habe ich gegen 16:00 meinen Stadtrundgang abgebrochen. Ich sah sie nämlich fliegen und nach Nahrung suchen!

Abends hab ich mir dann was über die UBER-Eats-App bestellt und da alle Seiten auf japanisch waren und ich sie nicht zum übersetzen rauskopieren konnte, freute ich mich, dass das was ich „blind“ (ohne Bild, nur Schriftzeichen) zum Essen dazu bestellt hatte, sich als ein grünes Getränk herausstellte, das tatsächlich sehr gut schmeckte!

Heute morgen wurde ich dann, nach, der schon vorprohezeiten, „An-aus-an-aus-an“-Nacht, um 6:30 von dem (mehrfachen) Gong des japanisch-buddhistischen Tempels schräg gegenüber geweckt.

Ein Frühstück war im Preis inbegriffen (wusste ich gar nicht), bestehend aus Sandwichen aus dem Sandwichmaker, wahlweise mit Käse, Schinken und gekochtem Ei oder „Pizzafüllung“, dazu Kaffee oder Tee.

            xxx

Den Museumsbesuch habe ich hinter mir… ich bin regelrecht froh, dass ich die Infos über das Museum schon vorher ergoogelt hatte.

Da die Website des Museums nur japanisch ist und ich auch ansonsten keine Hinweise auf die  Besonderheit dieses Ortes gelesen hatte, hätte ich es wohl, ohne konkretes Nachfragen, erst hier irgendwie irgendwas rausgelesen…

Das meiste war nicht übersetzt, doch, vor allem im ersten Raum, des doch grossen Museums, waren auch lange englische Texte.

Es soll angeblich, das „typische Navicurry“ im Gebäude daneben geben…ich schau mal nach, wobei mir eigentlich, bei soviel „Krieg-Ehre-Tod“ der Appetit vergangen ist…

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