Tag 47

Heute beginne ich einfach mit einem Auszug einer Google-Recherche…et voilà:

„Die Zahl 47 ist in ganz Japan die „Samurai-Zahl“ schlechthin, weil sie untrennbar mit dem berühmtesten Kriegermythos des Landes verbunden ist – den 47 Rōnin. Diese 47 herrenlosen Samurai bewiesen im frühen 18. Jahrhundert die ultimative Treue, indem sie den Tod ihres Herrn rächten und dafür selbst in den Tod gingen. Sie machten die 47 zum nationalen Symbol für Ehre, Loyalität und den Ehrenkodex Bushidō.
Obwohl diese 47 Rōnin selbst nicht aus Kurume stammten, atmet die Stadt bis heute eine tiefe, eigene Samurai-Geschichte. Das ist von den Samurai in Kurume übrig geblieben:
• Die Burgruine Kurume (Kurume-jō): Sie war über 250 Jahre das Machtzentrum des mächtigen Arima-Samurai-Klans. Heute stehen noch die monumentalen, kunstvoll geschichteten Steinmauern und Burggräben, die direkt an den Chikugo-Fluss grenzen.
• Der Sasayama-Schrein & das Arima-Museum: Der Schrein steht mitten auf dem alten Burggelände und verehrt die Geister der einstigen Samurai-Fürsten. Das zugehörige Museum stellt originale Samurai-Rüstungen, Schwerter und historische Dokumente des Klans aus.
• Das Sakamoto-Bukeyashiki: Dies ist die einzige noch erhaltene, originale Samurai-Residenz im Stadtgebiet. Hier lebte eine Familie, die dem Kurume-Klan über Generationen als berittene Leibwächter diente.
• Der Bairin-ji Tempel: Ein beeindruckender Zen-Tempel, der 1621 von den Samurai gegründet wurde. Er beherbergt die imposanten Gräber der Arima-Samurai-Lords inmitten eines berühmten Pflaumenblütengartens.
Kurume trägt also das Erbe jener stolzen Kriegerkaste in seinen Mauern, deren kollektiver Geist in Japan für immer durch die Zahl 47 symbolisiert wird.“

O.k., viel kopiert und Sachliches am Anfang…dafür geht es jetzt „frei drauf losgeschrieben“ und unsachlich weiter!

Der Shinkansen, mit dem ich gestern gefahren bin, war wirklich schnell. Und er legte sich rasant in Kurven, was meinen Koffer, den ich blöderweise nicht hinlege, sondern auf den Rollen, aufrecht stehen ließ, in Bewegung brachte und er, wie vom Blitz geschossen, von der einen Seite zur anderen rollte, um dort krachend gegen die Zugwand zu ballern. Glücklicherweise war ich so schnell auf den Füßen und bei dem Übeltäter, um ihn zurückzurollen und flach hinzulegen, bevor er noch den ganzen Zug auseinander nimmt!

Danach verlief die Weiterreise symtomfrei und ich kam, kurze Zeit später, in Kurume an.

Keine schöne Stadt, beim ersten Hinsehen, aber das habe ich ja schon aus Ungarn gelernt: „Don’t judge a book…“ und so!

Ich war um 13:15 im Hotel und wurde erstmal, für japanische Verhältnisse sehr unfreundlich, darauf hingewiesen, dass Check-In erst um 15:00 ist. Das bejahte ich und fragte höflich, ob ich denn solange mein Gepäck unterstellen könne.

(Die „Unhöflichkeit“ beziehe ich auf fehlenden Englischkenntnisse (meine Japanischkenntnisse sind leider auch nicht mehr geworden), weil später beim 15:00-Check-In, war sie „vorbereitet“ und deutlich netter!)

Dann hatte ich also noch einige Zeit zu überbrücken, bis ich auf Zimmer konnte, aber, da ich auch meinen schweren Rucksack abgeben hatte (im Eiltempo habe ich das Wichtigste in meinen Stoffrucksack umgepackt, um den umzuschnallen), ging ich leichtgewichtig (wenn man davon überhaupt sprechen kann) die Straßen entlang.

Ich ließ es, mal wieder, ziellos geschehen, ohne festen Bestimmungsort und nachdem ich zum dritten (oder vierten!) Mal an ein- und derselben Restaurant vorbeikam, entschloß ich mich, dies nicht ein weiteres Mal zu tun, sondern jetzt da rein zu gehen!

Erst als ich saß und die Karte in der Hand hatte, bemerkte ich, dass es ein Sri Lankanisches Restaurant ist.

Es gab Mittagsmenüs mit kleinem Salat davor und einem Getränk inklusive und ich entschied mich, für das Curry mit Huhn. Ich sah, dann allerdings, dass es 3 rote Schoten hat und, als ich gefragt wurde, ob ich es scharf mag (man konnte von R 0.5 – R 5 auswählen…was ich erst zu spät kapierte), sagte ich ja…zog dann ein wenig den Schwanz ein und meinte „vielleicht ein bisschen weniger, als ganz scharf“, sie nickte und tippte R4 ein.

Tja, was soll ich sagten… sooooo gut ging es mir danach nicht, ich habe auch ein paar Mal unhöflich (in Japan zumindest) mir am Tisch die Nase putzen müssen (Erklärung: ich habe nicht den Tisch oder das Tischtuch zum Naseputzen benutzt, sondern Taschentücher!!!)… aber es hat geschmeckt (das Essen, nicht das Naseputzen)!

Ich hab danach mal geschaut, was eigentlich R4 eigentlich bedeutet, das kam zur Antwort:

„Stufe R4 / 4: Wird in der Regel als „Gekikara“ (激辛 – extrem scharf / superscharf) deklariert. Selbst für Menschen, die gerne scharf essen, ist dieses Level eine echte Herausforderung. Zwar federt die enthaltene Kokosmilch den Geschmack anfangs etwas ab, die Schärfe schlägt jedoch nach wenigen Sekunden intensiv und langanhaltend zu.“

Was ein Glück hatte ich als Wunschgetränk Lassie gewählt!

Ein weiteres Glück war, dass ich kurze Zeit später dann endlich Einchecken konnte, denn ich musste mich flach auf meinen Rücken legen und atmen!

Da es, auch hier, keinen Schrank gibt, fiel das Auspacken weg und so konnten ich und mein Körper die Schärfeattacke in Ruhe ausliegen!

Später lief ich nochmal im Viertel rum, entdeckte, dass ich nur eine Querstraße vom Rotlichtviertel entfernt wohne, hier allerdings zu dieser Stunde (17:00) noch gar nichts los ist und holte mir dann, an der Ecke im „Family Mart“ Schokolade!

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Heute lass ich den Tag langsam angehen.

Ich muss zum Bahnhof, um mir ein Ticket für Sonntag zu holen. Ich fahre weiter nach Takaoka. Und da das, 6 Stunden Zugfahrt und dreimal Umsteigen bedeutet (und reservierte Plätze im Shikansen, wegen meines Koffers), mache ich das lieber mal heute! Außerdem möchte ich noch in eine Apotheke und (mit Übersetzer-App) mir etwas gegen meinen entzündeten Mund holen und dann kommt der Fun-Teil des Tages: die Samurai-Burg und ein paar Shreine besuchen.

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Vielleicht sollte ich einfach öfter in die Apotheke, so herzliche und erfrischend war das!

Ich hatte den Text „Ich bin seit 47 Tagen auf Reise und seit einer Woche ist mein Mundraum entzündeten, vor allem unten“ übersetzten lassen und ihn der Apothekerin gezeigt. Sie wollte meinen Mundinnenraum sehen, also zeigte ich ihn, dann sie sprach mit einer Kollegin, die etwas aus einem Schrank holte und zum übersetzen eintippen „Mundschleimhautgeschwüre (das ist nun wirklich kein schönes Wort! (Also, dies in Klammern schrieb sie nicht dazu…das habe ich als meine Gedanken dazu eingefügt)) kann verschiedene Ursachen haben“, worauf ich schrieb „Vielleicht hab ich mich auch einfach nur schlecht ernährt“. Daraufhin folge ein lautes Gekicher der beiden, in das ich natürlich gleich einstieg und in dieser aufgeheitert Stimmung, verkauften sie mir ein Spray und einmal Tabletten mit den (geschrieben) Worten „Das benutzen viele Japaner, wenn sie durch die Ernährung Mangelerscheinungen haben“, worauf gleich wieder ein Gelächter von uns drei folgte.

Etwas komplizierter, aber ebenso herzlich, war dann der Zugkartenkauf im Bahnhof.

Die Strecke, die ich mir ausgesucht habe, ist lang und kompliziert (mein Kopfschütteln über mich habe ich schon hinter mir), ich muss 4 mal umsteigen und fahre fast sieben Stunden. Und irgendwie haben wir das ohne App, mit 5 Worten englisch (von ihm) und 2 Wirten japanisch (von mir) hinbekommen, so dass selbst meine Sorge wegen 3 Minuten Umsteigezeit von ihm weggewischt werden konnten.

Eieieiei… das wird ne Höllenfahrt 😜!

Mit einem meterlangen Fahrplan und einigen Tickets (und wenig Durchblick) bin ich raus und werde mir nun die Burg ansehen…

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