Regentage stehen bevor…

Drei Tage Regen wurden angesagt.

Draußen ist es schon grau in grau (ganz im Gegenteil zu meiner Wäsche (hoffentlich), die ist nämlich grade in der Waschmaschine).

Meine Stimmung gestern war super, heute mittelmäßig… aber Menschen, die immer gut drauf sind, sind mir eh suspekt (oder unheimlich…oder ich bin einfach nur neidisch…alles ist möglich!).

Die Symptome meines „Skorbut-Mundes“ sind nicht nur auf Mangelernährung, sondern auf die Kombination mit „Mundtrockenheit in den Wechseljahren“ zurückzuführen… Hallelujah, braucht kein Mensch!

Und zum Schreiben hab ich heute auch keine Lust…Alter, was ist los mit mir?!?

Ich bin hier in einem „Low-Budget-Hotel“ in der Nähe des Hinterausganges des Bahnhofs… Vielleicht zieht das auch etwas runter!

Das Personal ist super nett, das Bett klasse, die Umgebung allerdings fragwürdig.

Und dazu noch der angesagte Regen (ich hab auch tatsächlich vergessen, wasserfeste Schuhe mit einzupacken!!).

Ich kam gestern, zwischen Zug 2 und Zug 3, doch noch mal so richtig ins Schwitzen, da mir nicht klar war, dass die dritte Verbindung ein „Rapid Express“ und kein Shinkansen war und somit an einem völlig anderen Gleis, außerhalb des Shinkansen-Bereichs abfährt. Noch dazu, war das am Bahnhof „Osaka“, wo eh schon die Hölle los war und nichts mehr von japanischer Höflichkeit und Strukturiertheit zu spüren war.

Um genau solche Situationen zu umgehen, studiere ich grundsätzlich Verbindungspläne, vor allem, wenn sie so komplex sind, wie die Fahrt Kanoya – Takaoka.

Doch hier in Japan war ich voll Zuvertrauen, dass das schon läuft!!

Lief ja auch! Allerdings war ich es, die lief… und zwar angepanikt hin- und her auf der Suche nach Bahnsteig 11.

8 Minuten Umsteigezeit hatte ich, gefühlte 16 waren um. Dann kam ich auf die rettende Idee… vielleicht ist das ja ein anderer Zug, ausserhalb des Shinkansen-Bereichs…da hier die Bahnsteige alle eine „2“ davor haben.

Also fluchs zur „Kartenschranke“ (Shinkansen-Fahrkarten werden vor und nach der Fahrt da ausgelesen), davor noch schnell nen Bahnhofsangestellten gefragt, ob der „Thunderbird“ woanders ab fährt („Ja, ausserhalb dieses Bereichs, Bahnsteig 11, sie haben noch ein paar Minuten“), gut…Fahrkarte rein…„Error“… andere Schranke benutzt… „Error“… gut, ich glaube ich muss beide Fahrkarten (Shinkansen + gesamte Fahrt) reinstecken…„Ticket can not be read“…nochmal versuchet…„Ticket can not be read“… WAS IST HIER DENN LOS??…Glücklicherweise kam der nette Angestellte schnell zu mir und entdeckte, dass ich wohl bei meiner ersten Fahrt vergessen hatte, beide Tickets in die „Reinkomm-Schranke“ zu stecken und deshalb das allgemeine Zugticket nicht den nötigen Stempel hätte….aaaahhhrrrgggg… diesen nötigen Stempel bekam ich dann schnell manuell, er wünschte mir eine Reise und einen wunderschönen Tag und ich spurtete los, trug den Koffer 40 Stufen noch aufwärts die Treppe hoch (ich war so voll Adrenalin, dass das schwarze Ungetüm ein Leichtgewichtig wurde!) und zeitgleich, mit meinem Zug war ich am Bahnsteig und ließ mich, als ich meinen Platz gefunden hatte, laut seufzend darnieder!

Ansonsten war die Fahrt einfach nur entspannt und die 6 Stunden + gingen um wie im Flug (oder japanischer Schnellbahn).

In Takaoka angekommen, wollte ich einchecken. Da es 14:30 war und die Eincheckzeit 15:00, dachte ich mir, dass wäre kein Ding, ansonsten lass ich den Koffer einfach nochmal im Foyer stehen.

Bis dato, hatte ich übrigens auch noch nichts gegessen!

Ich hatte allerdings ein „Low-Budget-Hotel“ für die nächsten 4 Tage gebucht, bei dem der Eincheck-Automat kaputt war und ein Schild auf dem Desk stand „Schalter wieder besetzt ab 15:00“.

Also gut… Sind ja nur 25 Minuten, die kann ich auch warten.

Vor lauter Hunger funktionierte mein Hirn allerdings nicht mehr einwandfrei und so war ich, eigentlich nur noch auf Nahrungsaufnahme fixiert, als ich später, nach dem Einchecken, die Gegend erkundete.

„Family Mart“… mehr brauchte ich nicht…machte einen Großeinkauf und ließ mich, wieder im Hotel angekommen, auf mein Bett fallen, um zu essen!!!

Da die Gegend nicht besonders einladend ist, beließ ich es für den Rest des Spätnachmittags und Abend auch dabei!

So und nun ist der nächste Morgen…eigentlich sogar schon Mittag, ich bin immer noch auf dem Zimmer (allerdings mit frisch gewaschener und getrockneter Wäsche) und bin wieder mal ein wenig von mir angenervt…

Das werde ich nun aber etwas jetzt zur Seite schieben und mich für Ticketkauf und Stadtbesichtigung fertig zu machen!

         xxx

Takaoka ist „Zentrum des traditionellen japanischen Metallgusses (bekannt als Takaoka Dōki oder Takaoka-Bronzewaren)!„…

und montags ist sie eine Geisterstadt.

Da die Stadt traditionell ist und der traditionelle Ruhetag in Japan der Montag, ruht hier alles und es fühlt sich an, wie in einer alten verlassenen Western-Stadt. Nicht „schlimm“, sondern einfach… „leer“!

Der weibliche Ginko stinkt vor sich hin („Der Geruch der Früchte eines weiblichen Ginkgos ist das markanteste und oft als störend empfundene Merkmal des Baumes:
• Ursache: Sobald die gelb-orangen, pflaumengroßen Früchte im Herbst reif werden und zu Boden fallen, bricht ihre fleischige Samenschale auf. Bei der Zersetzung wird Buttersäure frei.
• Geruch: Dieser Prozess erzeugt einen sehr intensiven, stechenden Gestank, der stark an Erbrochenes oder ranzige Butter erinnert.
• Auswirkung: Der Geruch haftet extrem hartnäckig an Schuhsohlen oder Hundepfoten, wenn man versehentlich auf die Früchte tritt.“) und ich sitze im Park und genieße die Stille und die wunderschönen Eindrücke, die ich, trotz seltsamer Laune, heute schon gesammelt habe! (Da ich aber keine Lust mehr habe zu schreiben, vertage ich dies auf morgen!)

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