Gestern schon war klar: die Regenjacke muss entsorgt werden!
Mach einigen Jahren und vielen Tages des Tragens, bröselt sie innen ab, so dass ich gestern Abend, als ich ins Hotel kam, nicht nur innen nass geschwitzt, sondern auch voll gelber Plastikpartikel war, die sich nur schwer von der Haut lösten.
Gestern war die Jacke in Kombination mit dem Schirm wichtig und richtig. So, dass ich, gut geschützt noch die zwei historischen Viertel der Stadt (Kanayamachi (das traditionelle Gießer-Viertel) und Yamachosuji (das historische Kaufleute-Viertel)) besichtigen konnte, ohne vollens naß zu werden.
Auch wenn Dienstag (wie auch der Montag) Ruhetag ist, war es, trotz geschlossener Läden, die Besichtigung wert (ich hätte ja eh nichts kaufen können, bei dem vielen Gepäck, dass ich habe! Auch, wenn jetzt eine Jacke weniger im Koffer ist…aber davon wusste ich gestern, zu diesem Zeitpunkt noch nichts, diese Entscheidung fiel erst gegen Abend!).
Durch kleine Gäschen und enge Straßen wieder zurück, viele Schreine auf dem Weg, wenig Menschen (die haben wohl auch Ruhetag), dafür genug Regen, aber super Laune… so kam ich im Zimmer an.
Dann Regenjacke aus, Ekel-Gefühl und die Feststellung, dass die Nässe nicht unbedingt vom Regen kommt, sondern eher aus mir heraus, der Nacken und der Pulli voll mit gelben Regenjackenteilchen… Was ein Glück hatte ich mir kurz vorher was zu Naschen gekauft!
Mein Plan, mit Yoga, danach etwas zu entspannen, ging schief, da der Teppichboden weder für den „Herabschauenden Hund“, „Trikonasana“ oder sonst eine kraftvolle Haltung funktionierte (und was ich auf keinen Fall wollte, war in der Position des Hundes ausrutschen, um mit gebrochener Nase zu enden!) und so beschloss ich mir Pizza und Hähnchenteile von „Domino’s“ bei „Uber Eats“ zu bestellen … das war für mich die hergeleitete und logischste Konsequenz des Ganzen!
Die Pizza und die Hähnchenteile scheinen auch meinen Schlaf positiv beeinflusst zu haben, denn ich schlief, fast komplett durch!
Heute wollte ich einen Tagesausflug machen. Mit der Straßenbahn zirka 45 Minuten Richtung Kanäle und Meer nach Imizu.
Für heute war durchgehender Regen, Sturm und Gewitter angesagt, so dass ChatGPD, als ich nach dem Weg fragte, mir abriet den Ausflug zu machen.
Ich bedankte mich für den Rat (den ich gar nicht erfragt hatte!!) und sagte, dass ich trotzdem fahre, ich könne ja zur Not direkt wieder umdrehen.
Ich solle wenigstens Regenklamotten, inklusive wasserfester Schuhe, anziehen und ein Regenschirm, der aber, bei der angesagten Wetterlage, wahrscheinlich nicht viel bringen wird.
So, und hier komm ich an den Punkt, der mit meiner „Würde“ zu tun hat… (und ich bin mir nicht sicher, ob ChatGPD mir nicht einfach eins auswischen wollte, weil ich es sooft zurechtgewiesen habe und sich nun innerlich totgelacht hat!)
Dieser „Rat“ den Ausflug sein zu lassen oder wenigstens die passende Kleidung anzuziehen, war, wie schon geschrieben, nicht von mir eingefordert worden!
Aus diesem Grund dachte ich mir, wird an der Sache schon was dran sein (was mich nicht von dem Vorhaben loszuziehen abhielt, allerdings ich mir über die richtige Kleiderwahl Gedanken machte!).
Morgen geht es weiter mit dem Zug nach Nikkō, also muss es etwas sein, dass schnell trocknet, gegebenenfalls in den Trockner darf und mich nicht frieren lässt, wenn es nass wird. Jeans fielen damit weg und meine Stoffhosen waren zu dünn.
Gut, dann denke ich jetzt mal ganz pragmatisch, lasse jede Eitelkeit weg und konzentriere mich auf die Zweckmäßigkeit!
Eine etwas weitere Leggings (falls die dann überhaupt noch diesen Namen tragen darf) und drüber, eine 7/8 Laufhose. Dann ein dünnes Longsleeve und meine Regenjacke. Als Schuhe die Laufschuhe, die haben die beste Sohle!
Ich sah ziemlich… seltsam aus… aber der Zweck heiligt die Mittel und mit langer Regenjacke zu, fiel das „unten“ gar nicht so auf!
So stieg ich in die Straßenbahn und war voller Vorfreude auf den Tag an Kanälen und Meer.
Ich wurde ziemlich beobachtet und aus anderen Bahnen wurde mir auch zugewunken… das beziehe ich allerdings nicht auf mein Outfit, sondern eher auf meine „Langnase“…
Bei strahlendem Sonnenschein und schwülen 25 Grad, stieg ich , (zusammen mit einer Gruppe älterer Damen, die wie ich, nicht den Weg zum Kanal wussten und wir so erstmal gemeinsam eine Runde kicherte), jetzt schon schwitzend aus der Bahn aus.
Die Jacke muss geöffnet werden… da führt kein Weg dran vorbei…egal wie es „unten drunter“ aussieht!
Das „Venedig Japans“ (wie es auch in GoogleMaps bezeichnet wird) ist wunderschön! Allerdings ist heute Ruhetag (Ruhetage scheinen es mir angetan zu haben) und so ist nichts los und keine Boote fahren.
Das störte mich nicht weiter, mir ging es eher um die Atmosphäre!
Das Ambiente war wunderschön (ich ging weiter Richtung Meer, um zur „Shinminato Kittokito Fisherman’s Wharf“ zu gelangen), nur das Klima unter meiner Jacke wurde immer unangenehmer!
Mit schmatzenden Geräuschen zog ich die Jacke aus, pitschnasse Ärmel und Rücken kamen zum Vorschein. Ein Blick in die Handykamera zeigte mir einen völlig gelbgesprenkelten Nacken und Oberteil und der Geruch, der sich breit machte war auch nicht zu überriechen!
(Warum die Regenjacke zerbröselt und das extreme Schwitzen verursacht:
• Die Ursache: Günstigere Regenjacken sind auf der Innenseite mit einer dünnen Kunststoff-Beschichtung (Polyurethan/PU) überzogen, um sie wasserdicht zu machen.
• Das Zerbröseln: Nach einigen Jahren verliert dieser Kunststoff seine Weichmacher (durch UV-Licht, Schweiß und Reibung). Er wird spröde, altert chemisch und löst sich in fetzenartigen Bröseln ab.
• Das Schwitzen: Moderne Regenjacken haben winzige Poren, die Schweiß als Dampf nach außen abgeben (Atmungsaktivität). Durch den chemischen Zerfall verstopfen die Reste der Beschichtung die Poren des Außenstoffs komplett.
• Der Effekt: Die Jacke wirkt nun wie eine luftdichte Plastiktüte. Es findet keinerlei Luftaustausch mehr statt, wodurch sich Hitze und Feuchtigkeit extrem anstauen und man schlagartig stark schwitzt.
Fazit: Ein Totalschaden des Materials – die Jacke hat ausgedient und gehört in den Müll.) (Quelle: Google)
Ich spoiler jetzt ein wenig (bevor ich morgen von dem Rest des Ausflugs erzähle):
Es hat natürlich nicht geregnet, war die ganze Zeit schwül-warm, ich kam mir in meinem Outfit leicht lächerlich vor, war völlig durchschwitzt und müffelte auffallend und einen Sinn und Zweck hat es schon gar nicht erfüllt (ganz abgesehen von den gelben Farbpartikeln, die ich den ganzen Tag auf Hals und Nacken mit mir rumtrug!)!
Danke, ChatGPD!!!
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