Aber erstmal noch zu gestern.
Vollgeschwitzt und gelb zugeklebt (mit Regenjacken-Teilchen), ging ich von der Fisherman’s Wharf, die noch nicht richtig in Betrieb war, weiter Richtung „Segelschiff“ (von dem ich zufällig las). Tatsächlich wurde ich, auf Grund meines extravaganten Outfits, das jetzt, wo die abbröselnde Jacke um meine Hüfte gebunden war), vollens sichtbar war, von einigen Mitmenschen, von oben bis unten taxiert… und so wie ich aussah, musste ich zugeben: zu Recht!
Auch das Segelschiff hatte Ruhetag, aber so konnte ich die Stille am Hafen und in der Bucht auch richtig genießen… schön war es (und heiß und schwül und schön!).
Danach dachte ich, könne ich mein Glück doch nochmal in der Fischmarkt-Halle probieren, vielleicht ist da ja jetzt mehr los und es gibt was zu Essen.
Tatsächlich war mehr los: ganze japanische Reisegruppem kamen in Bussen an!
Allerdings habe ich mich dann letztendlich gegen ein Mittagessen dort entschieden, da es (wahrscheinlich auch wegen des Ruhetags drumherum) nur Riesenkrebse gab…am Stück!
Also natürlich nicht diese Riesenkrabbe:
„Die Japanische Riesenkrabbe (Macrocheira kaempferi) – auch Riesenseespinne genannt – ist das größte lebende Krebstier und der größte Gliederfüßer der Erde.
Hier sind die wichtigsten Fakten auf einen Blick:
• Gigantische Ausmaße: Während ihr eigentlicher Körperpanzer nur etwa 30 bis 40 Zentimeter groß wird, erreicht sie durch ihre extrem langen Beine eine Spannweite von bis zu 3,7 Metern von Scheren- zu Beinspitze. Sie kann bis zu 13,6 Kilogramm (in seltenen Fällen sogar bis zu 19–20 kg) wiegen.
• Lebensraum: Sie lebt ausschließlich im Pazifischen Ozean, vor allem rund um die japanischen Inseln (wie der Suruga-Bucht). Als Tiefseebewohner hält sie sich meist am Meeresgrund in 300 bis 400 Metern Tiefe bei kalten Temperaturen von 11 bis 14 °C auf. Nur zur Laichzeit wandert sie in seichtere Gewässer.
• Lebensweise & Ernährung: Die Tiere sind langsame Allesfresser und ernähren sich von Aas, Pflanzen, kleinen Fischen und Weichtieren. Um sich vor Fressfeinden zu schützen, nutzen vor allem jüngere Krabben einen cleveren Tarntrick: Sie bestücken ihren Panzer mit Schwämmen oder anderen Meeresorganismen.
• Hohes Alter: Japanische Riesenkrabben haben eine enorme Lebenserwartung und können Schätzungen zufolge bis zu 100 Jahre alt werden.
Für den Menschen sind die friedlichen Tiefsee-Riesen ungefährlich. In Japan gilt ihr Fleisch als seltene Delikatesse, allerdings gibt es aufgrund ihres tiefen Lebensraums keine großflächige kommerzielle Befischung.“ (Google)
Also … andere, tellergroße.
Ich hatte noch nie welche gegessen, bzw. auseinander genommen und wollte mir die Blöße (in Kombination mit meinem Erscheinungsbild und der „Brise“, die ich um mich herum verströmte) nicht geben! (Abgesehen davon, wollte ich auch gar keine essen!)
Also wanderte ich, nach einer gedrehten Runde durch Halle, zurück zum „Venedig Japans“, genossen die Stille und die Schönheit noch für einige Augenblicke und stieg dann wieder in die Straßenbahn für den längeren Rückweg nach Takaoka.
Da sich die „halben Tage“ für mich und mein Nervensystem als super Deal herausgestellt haben, wage ich daran auch nicht zu rütteln (und hab auch kein Verlangen dazu!) und löste mich, bei einem heißen Bad in der Badewanne, von Schweiß, Geruch und Regenjackenteilchen.
Mal schauen, wie eigentlich so die letzten Rezensionen von meiner Unterkunft in Nikkō sind…!
Bewertungen online geöffnet, etwas recherchiert und wie ein Schlag erfasste mich ein „Istanbul-Trigger“… eigentlich ein „Istanbul-Trigger“ gepaart mit meiner größten Befürchtung…: Bettwanzen!!!
Es gab Fotos und laut Google noch eine andere, plattformübergreifende, vernichtende Beurteilung der Lodge von „bugs ans bedbugs everywhere“.
Nikkō ist im Herbst (vor allem am Wochenenden) sehr voll, aber ich wollte/will (den zur Zeit befinde ich mich noch im Shikansen dorthin) nicht in Panik verfallen (einfacher geschrieben als getan, da Bedbugs schon vor der Reise meine größte Angst waren) und reise nun an, habe eine Checkliste, die ich akribisch durchgehen- und führen werde und zur allergrößten Not, ziehe ich in einen Vorort um (falls sich der „worst case“ bewahrheiten und dazu Nikkō noch ausgebucht sein sollte).
(Aber eins weiß ich jetzt schon: auch wenn ich nichts finde (was ich hoffe!!), wird es mich die Nächte jucken und kratzen und von Wanzen träumen lassen!)
Dann ging der Abend weiter… und zwar wie folgt: ohne Brille, wie schon zig Mal bevor,wollte ich, wahrscheinlich noch voll im „Bettwanzen-Wahn“, vom Badezimmer einen großen Schritt über die Schwelle Richtung Tisch machen, um ein Tuch zum Naseputzen zu holen.
Aus irgendeinem Grund, hob sich mein Fuß allerdings nicht so hoch wie angemessen, die Zehen verhakten sich mit dem hohen Badübergang und ich fiel in meinen offenen Koffer, der wegen Platzmangels dort rumlag, schrammte mir Knie und Oberschenkel und verstauchte mir (davon geh ich mal aus) meinen rechten dritten Zeh und die Fußgelenke beider Seiten sind auch am Meckern!
(Und weiß jetzt auch , woher die Delle in Koffer kommt, die ich heute Morgen entdeckt habe!!)
Aber ich will nicht meckern, weil mehr ist nicht passiert und (als ob ich es geahnt hätte!!!) ich hatte zufällig stark haftendes Pflaster vor ein paar Tagen gekauft (eigentlich dachte ich, ich könne damit mein Tattoo onsentauglich machen, aber es ist zu durchsichtig), dies riß ich (mit den Zähnen, da ich keine Schere hatte) in Streifen und fixierte so meine Zehen miteinander.
Dann schaute ich, mit pochende Zeh, nochmal in meine Mails. Durch die Zeitverschiebung, wird es im Postfach meistens abends erst aktiver.
Und siehe da: eine Nachricht von meiner Kreditkarten-Bank! Sie haben meine Karte jetzt erstmal gesperrt, da ihnen eine auffällige Aktivität aufgefallen wäre.
Diese „auffallende Aktivität“ war mein Hotel in Istanbul, welches ich ja so kurzfristig über deren Homepage gebucht hatte, die nun, etwas verspätet, die Übernachtungskosten eingezogen haben.
Gut, da kümmere ich mich später drum (bzw. an die Bank hab ich schon geschrieben, sie wollte, dass ich anrufe, aber das kann ich mit der japanischen SIM-Karte nicht und kurz mal wechseln zur deutschen mag ich auch nicht, da ich befürchte, dass ich die japanische dann nicht mehr zum Laufen bekomme!) und schreibe dem Hotel…
xxx
Momentan und grade sitze ich vor der Lodge in Nikkō, es sind noch anderthalb Stunden bis zum Einchecken, da ich telefonisch niemanden erreiche, warte ich hier auf der Terrasse und hoffe, hoffe auf einen unungeziefer, herrlichen 3 Nächte-Aufenthalt in dieser wunderschönen Umgebung!!
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