Ich bin in Nikkō, bzw. grade sitze ich am Chūzenji-See und denke mir: „Alter, wie kann denn bitte das so schön sein hier?“, gefolgt von „Mist, hab Sonnencreme vergessen!“
Ich bin (noch) ohne Bettwanzen-Bisse…allerdings so ganz traue ich der Lage noch nicht!
Heute Abend wird erneut gecheckt und selbst, wenn ich morgem früh unangetastet wieder aufwache, trotzdem bleibt der Koffer auf Rollen und wird nur zur Not geöffnet!
Da meine Mundfäule immer noch da ist und langsam, neben nervend auch unangenehm und lässig wird, habe ich beschlossen in Niigata, mein nächster Halt ab Sonntag, gleich montags mal zum Arzt zu gehen. Wozu hab ich so ne teure Krankenversicherung!?!
Aber heute bin ich noch in Nikkō und gestern war ich auch schon hier!
Um 15:00 war Eincheck-Time, um 13:30 war ich schon da, aber da die Unterkunft eher ein Hostel ist, war warten angesagt. Ich blieb nicht lange alleine, ein junger Israeli, der grade seinen 2 Jahre und 8 Monate langen Scherut Chova (den Pflichtdienst) hinter sich hatte, kam den Berg hochgestöhnt (ich hatte mir für umgerechnet knapp 6 Euro ein Taxi geleistet) und setzte sich neben mich auf die Veranda.
Wir fingen an zu reden, u.a. warnte ich ihn vor eventuellen Bettwanzen und er bedankte sich überschwänglich für diesen Hinweis.
Wir redeten so lange (jaaaa, auch politische Themen kamen auf den Tisch!), dass wir die die Zeit vergaßen und es plötzlich 15:30 war…allerdings war immer noch niemand an der Rezeption.
Plötzlich wurde der junge Mann nervös. Er hatte soeben von Booking.com eine Nachricht erhalten, dass die Zimmerbuchung, die er tatsächlich auch erst vor ein paar Stunden erledigt hatte, abgelehnt wurde. Tja, und Nikkō war/ist voll (zumindest die noch einigermaßen bezahlbaren Unterkünfte).
Er machte sich also auf die Suche nach einer neuen Bleibe und ich wiederum, auf die nach irgendjemanden, der in dieser Lodge arbeitet.
Eine kleine alte Dame putzte oben die Zimmer. Ich sagte ihr, ich würde gerne einchecken. Daraufhin lachte sie, sagte „No english“ und zeigte mir an zu warten. Dann versuchte sie zig Nummern auf ihrem Handy anzurufen, niemand nahm ab und langsam zeigte sie etwas Unruhe. Dann endlich erreichte sie jemanden, mit dem ich, durch das hingehaltene Handy, sprechen sollte.
Alle wirklich nett, aber es war so ein Hin-und Her, dass ich zwischenzeitlich befürchtete, auch mit meiner Buchung hätte was nicht geklappt (und wusste nicht so recht, ob es mich freuen oder ärgern würde… da ich mir am kurz vorher, am Nikkō-Bahnhof schon meine Zugfahrkarte für Sonntag nach Niigata gekauft habe, hätte es einiges auf jeden Fall komplizierter gemacht!).
Ich solle bitte noch 20 Minuten warten, dass Zimmer sei noch nicht fertig.
20 Minuten + später, stand ich, mit Taschenlampe vom Handy, bewaffnet, den Koffer und Rucksack ins enge Bad reingehieft, vor dem Bett, zog es ab, leutete in jede Ritze, so gut es eben möglich war und schaute nach Kot-, Hüllen- oder sonstigen Wanzenspuren.
Ich fand nichts…das beruhigte mich…sagen wir mal: fast. Der Koffer blieb auf jeden Fall, zur Sicherheit die ganze Nacht im engen Bad (die Aktion, Schlafsack und Kulturbeutel, ohne ins große Zimmer auszuweichen, aus dem Koffer zu holen, war eine Kraft-, Logistik- und Balanceaufgabe!).
xxx
So, ich bin zurück vom Berg im Hotel und tatsächlich höre ich jetzt auf zu schreiben (für heute), ich habe nämlich starke, wetterbedingte Kopfschmerzen. Morgen sollen die Ausläufe des Taifuns Champi sich bis hierher ausbreiten und starken Regen bringen.
Doch zum Abschluss nochmal eine detaillierte Zusammenfassung (schließt das eine nicht das andere aus?? „Detailliert“ und „Zusammenfassung“?) warum ich jetzt so starke Kopfweh habe:
„Die Ursachen wetterbedingter Kopfschmerzen in Nikko: Das Zusammenspiel aus Taifun-Tief und Höhenunterschied
Das Auftreten starker Kopfschmerzen in der Region Nikko lässt sich durch eine Kombination aus meteorologischen Extremen und geografischen Höhenunterschieden biologisch schlüssig erklären. Das Nerven- und Gefäßsystem des Körpers reagiert dabei auf ein sogenanntes „Doppel-Tief“.
1. Der herannahende Taifun (Extremer Luftdruckabfall)
Ein Taifun ist ein extremes Tiefdruckgebiet. Schon weit vor dem Eintreffen der ersten Regenfälle sinkt der atmosphärische Luftdruck in der Region drastisch. Dieser rasche Abfall des Außendrucks hat direkte Auswirkungen auf den menschlichen Körper: Der Druck in den Blutgefäßen des Kopfes übersteigt den sinkenden Umgebungsdruck, wodurch sich die Gefäße leicht ausdehnen. Diese Dehnung reizt die umliegenden Nervenbahnen und triggert den klassischen Wetterkopfschmerz.
2. Der Ausflug zum Chuzenji-See (Barometrischer Höhenstress)
Der Chuzenji-See und die umliegenden Wasserfälle liegen auf rund 1.270 Metern über dem Meeresspiegel. Bei der Auffahrt aus dem tiefer gelegenen Tal von Nikko wird in kurzer Zeit ein erheblicher Höhenunterschied überwunden. In dieser Höhe ist der Luftdruck ohnehin dauerhaft niedriger und die Luft dünner.
Fazit des Zusammenwirkens:
Durch den Aufenthalt in der Höhe war der Körper bereits einem reduzierten Luftdruck ausgesetzt. Wenn dieser ohnehin niedrige Wert durch die heranziehenden Ausläufer des Taifuns noch weiter und schneller absinkt, entsteht eine extreme Belastung für die Barorezeptoren des Körpers. Diese doppelte Druckminderung führt zu einer Überreizung des Gefäßsystems im Kopf und erklärt die Heftigkeit der wetterbedingten Kopfschmerzen.“
(Quelle: Google)
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