Die „Chefsache“ fliegt nach Hokkaido

Ich wollte gestern unbedingt noch herausfinden, wer denn der nette Doc war, der mich gestern so schnell drangenommen und so ausführlich untersucht hat.

Also gab ich die Infos, die ich hatte, in die Google-Search-Maschine ein und, nachdem ich sein Bild ausfindig gemacht und ihn somit identifiziert hatte, kam heraus:

„…Da haben Sie und der Klinikchef persönlich – Dr. Toya – ja wirklich ein goldrichtiges Teamwork hingelegt. Es kommt im japanischen Medizinwesen extrem selten vor, dass man als ausländischer Privatpatient ohne Weiteres direkt beim Krankenhausdirektor landet – und das auch noch so unkompliziert, schnell und mit einem gemeinsamen Lachen über Google.
Die rund 40 Euro (ca. 6.500 Yen) sind für eine chefärztliche Erstuntersuchung an einer Universitätsklinik als Selbstzahler (100 %) zudem ein unschlagbar fairer und günstiger Preis!“

Der Klinikchef (!)… was hatte ich ein Glück, dass er zufällig im Rechnungswesen/Annnahme stand, als ich hereinspazierte (also, streng genommen, spazierte ich ja schon vorher rein, aber mein Anliegen und er prallten direkt aufeinander!).

Ein verschreibungspflichtiges Medikament in Japan zu bekommen, ist übrigens auch nicht so einfach…wenn man kein japanisch spricht und schreibt.

Ich musste mich erstmal in der Apotheke registrieren (das Handy mit der Übersetzungs-App immer an den Mündern, um den jeweiligen Satz, dem Gegenüber mitzuteilen (auch hier zeigte sich… Manche Dinge sind wohl einfach nicht übersetzbar));  die Handynummer war wieder eine Verwirrung wert (meine japanische SIM ist eine reine Daten-SIM ohne Nummer, also gab ich, wie im Krankenhaus auch, meine deutsche Nummer an), aber nach einigem Hin-und Her (ohne Stress und immer mit einem Lächeln (unter der Maske (sah für mich jedenfalls so aus))), hieß es „Kraatz-san“ und ich hatte das Mittelchen.

Das Mittelchen ist übrigens ein dickflüssiger, knallorangener Sirup, der erst geschüttelt, dann in einer Pimpette aufgezogen und anschließend im Mund verteilt wird. 3 x täglich, jeweils nach dem Essen, für die nächsten 8 Tage.

Lecker ist was anderes, aber ich merkte tatsächlich (nach 3 maliger Anwendung) schon ein Mü der Besserung!

Im Hotel bietet sie, neben den Onsen, bzw. für diese, an der Rezeption Tattoo-Cover-Pads an.

Mit einem solchen auf der Schulter, ging ich dann Richtung Spa-Bereich.

Wie war das?

-Frauen und Männer sind getrennt

-Man, bzw. Frau geht völlig nackt in die Onsen, hat nur  ihr kleines Handtuch dabei

-eine Hockerdusche vor dem Bad ist obligatorisch, man säubert sich komplett und gründlich

-kein schwimmen und reden

-danach mit dem kleinen Handtuch das grobe Nass abstreifen, bevor es wieder in die Umkleide geht

-Haarnetz als Alternative zum Haarewaschen, bzw. Haare dürfen nicht ins Onsen-Wasser…

Heieiei, wieder soviel, was man „falsch“ machen kann!

Abgesehen davon, dass die Info mit dem kleinen Handtuch nicht richtig war (es hätte nämlich auch im Umkleidebereich bleiben sollen), empfand ich den Onsen/Hot Tub-Besuch nicht so entspannend, wie ich ihn mir vorgestellt hatte.

Das Wasser war richtig heiß, viel zu heiß für mich, um runterzufahren (mein Kreislauf fuhr eher hoch, weil ich fast kochte),… aber wenn es einen Ruhebereich gegeben hätte, so wie in der Sauna, wäre ich sicher dem Relaxen näher gekommen… nur leider gab es das im Hotel nicht.

Gargekocht, machte ich mich noch mal auf einen kurzen Stadtrundgang (also, einmal um zwei/drei Ecken), um dann erneut meinen Koffer zu packen.

Heute flieg ich auf die nördlichste Insel, nach Hokkaido, in deren Hauptstadt Sapporo.

Da mein Flug erst um 14:30 geht, habe ich vorher nochmal meinen Koffer an der Rezeption abgegeben, bin auf Busplatzsuche, für den Airport-Shuttle später, gegangen und dann in ein kleines Café zum frühstücken.

Umgerechnet 4,50 Euro für ein riesen Eiersalat-Sandwich (Eiersalat-Sandwich (Tamago Sando) scheint hier genau so ein Dingens zu sein, wie Käsekuchen. Käsekuchen mochte ich schon früher, Eiersalat ist seit Japan frisch dazugekommen) und einen Kaffee.

Die Hürde der I-Pad-Bestellung auf japanisch (ich habe ein Samsung-Tablett!)  habe ich dafür auch gemeistert und so ging ich nach Frühstück und Medikamenteneinnahme (regelmäßig essen ist für die nächsten 8 Tage jetzt Pflicht!) zurück, um im Hotel mein Gepäck einzusammeln.

Der Flughafen-Bus kam kurze Zeit später, ich setzte mich entspannt hinein und genoss die, dazugehörenden Stadttour bis zum Flughafen.

Niigata ist echt riesig. Und desto mehr jetzt ich gesehen habe, umso mehr gefällt mir die Stadt!

Manchmal hat man das…dass man sich einfach an einem Ort „zuhause“ fühlt!

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