Asahikawa… mein erster Eindruck war eine Mischung aus Nuuk/Grönland (wobei Nuuk viel kleiner ist) und „Das 5. Element“ in Sibirien.
Die Stadt wurde erst 1890 gegründet und da es hier um Winter, auch mal -41 Grad sein kann, mit Schneehöhen von über 7 Metern, sind Straßen und Häuser zwecks- und sinnmäßig und nicht „schön“ gebaut.
Laaaaaange Straßen, die sich kreuzen (und in alle Himmelsrichtungen unendlich lang weiter gehen), Berge rundherum und selbst die angesagten 17 Grad fühlen sich eisig an!
Nachdem ich mein Gepäck abgegeben hatte, setze ich mich in einen Bus Richtung Zoo. In den wollte ich zwar nicht, aber an den Stadtrand, an dem der Zoo steht.
40 Minuten Stadtrundfahrt und das Gefühl, am Rande der Welt zu sein, stieg.
Die Wanderung, die ich vorhatte, ließ ich sein und wandelte sie in einen Spaziergang um… das sollte reichen (nach zwei Stunden Fußmarsch war mir heute nicht!).
Auf schneebedeckte Berge zu und wieder zurück, Hügel runter und wieder hoch und zurück zum Bus…das sollte für heute reichen!
Ich wohne direkt am Bahnhof und als ich die 40 Minuten Rückfahrt hinter mir hatte, konnte ich auch einchecken.
Anscheinend waren es heute doch zuwenig Schritte, denn die Hummeln im Hintern machten sich bemerkbar.
Die Sonne ging schon langsam unter (es war 16:30), ich merkte, wie ich auch schon in den Wintermodus falle (ab 17:00 ist Abend (im Sommer um 20:00)) und als ich auf dem Bahnhofsvorplatz den Weinhachtsbaum, dessen Spitze schon leuchtete, sah, sogar schon weihnachtliche Stimmung verspürte, abgesehen davon, war die Temperatur auch auf 4 Grad Celsius gefallen(was sich tatsächlich seltsam anfühlte (Weihnachtsstimmung, sowie Temperaturabfall), da ich doch eben erst in Tokio war und mich mit Sonnencreme einschmieren musste… aber „seltsam“ passt halt auch zu dieser Stadt!)
Ich spazierte, die nicht enden wollenden Fußgängerzone herunter, überall laute Reklame- und Filmspots (akustisch, wie auch visuell) und Läden, die eher an Sibirien erinnert.
Ich hab mal nachgefragt, woher dieses Gefühl kommt und dies war die Antwort:
„• Die Melancholie der kahlen Bäume: Die Fußgängerzone ist dicht mit großen, alten Laubbäumen gesäumt. Wenn diese im Herbst ihr Laub verlieren und die nackten, dunklen Äste gegen den oft grauen Nordhimmel ragen, erinnert das sofort an die Taiga-Wälder Sibiriens im Übergang zum Winter. Es strahlt dieselbe raue, nordische Naturästhetik aus.
• Monumentale Kunst und sowjetischer Brutalismus-Vibe: Entlang der Kaimono-koen stehen über zehn wuchtige Bronze-Skulpturen auf schweren Steinsockeln. Im herbstlichen Grau, ohne die Fröhlichkeit des Sommers, wirkt diese Kombination aus breiter Betonstraße, kahlen Bäumen und monumentaler Kunst sehr ehrwürdig, fast streng – ein Stil, den man stark mit dem öffentlichen Raum in osteuropäischen oder sibirischen Städten verbindet.
• Die herbstliche „Kälte-Stille“: Da Asahikawa in einem Becken im Landesinneren liegt, kühlt es im Herbst drastisch ab. Diese klare, fast schneidende Herbstluft sorgt dafür, dass Menschen instinktiv schneller gehen und sich weniger draußen aufhalten. Die Weite der ohnehin sehr breiten Fußgängerzone wird dadurch optisch extrem verstärkt, was das Gefühl von Einsamkeit und unendlicher Weite – Kernmerkmale Sibiriens – spürbar macht.
• Gedämpfte Farben: Die Gebäudearchitektur der Kaimono-koen stammt zu großen Teilen aus den 1970er bis 1990er Jahren. Es dominieren funktionale Fassaden, Klinker und Beton in Grau-, Braun- und Beigetönen. Ohne die bunten Sommerblumen oder das strahlende Weiß des Winters wirkt die Farbpalette der Stadt im Herbst sehr utilitaristisch und pragmatisch – eben typisch für eine zweckmäßige Stadt im hohen Norden.“ (Quelle/Antwort: Google)
Dann kam ein anderes, ein wohlbekanntes Gefühl…nämlich das des Hungers!
Ich hatte gelesen, dass es unweit des Bahnhofs ein „Büfett-Restaurant“ geben soll, was sehr gut sein soll.
Also es war sehr schwer zu finden (GoogleMaps brachte mich mal wieder an den Rand des Wahnsinns), aber 100 Prozent den Such-Nerv-Wahnsinn- und „Kurzvorausflippen“-Moment wert!
Sowas hab ich noch nicht gesehen!!!!
Neben der riesigen Salatbar, gab es eine ebenso riesige Fläche, nur mit Fritiertem, es gab verschiedene Suppen, Pizza (war die lecker!), Reis in 10 verschiedenen Varianten, Tofu-, Hünchen-,Rind-, Schweingerichte, hach…irgendwann verlor ich den Überblick! Und der Nachtisch: Du konntest Dir selbst Waffeln backen, Eis gab es, verschiedene Kuchen und Gebäck, Zuckerwatte zum Selbermachen, Softeis mit verschiedenen Topping (ebenfalls selbstzapfbar) und verschiedene Soßen zum Verfeinern…
Ich glaube, ich habe noch nie soviel an einem Buffet gefressen (jedes andere Wort würde hier den Punkt nicht treffen!!)!
Abgesehen davon, dass es das vielfältigste Büfett ever war, hat alles so gut geschmeckt und mit „Bierflatrate“ habe ich umgerechnet keine 17 Euro bezahlt!!!
Dementsprechend vollgefressen bin ich dann ins Hotel zurückgerollt und wahrscheinlich, war diese Fresseinlage auch Schuld, dass ich, trotz offenem Fenster bei 3 Grad Aussentemperatur, starke Schwitzattacke die Nacht hatte!?!
Heute morgen habe ich meinen Koffer erneut an der Rezeption abgegeben, denn mein Zug fährt erst um 15:00 und ich hatte nich was vor!
Unglaublich, aber wahr: frühstücken war angesagt!
Ich wollte in den „Asahikawa Kitasaito Garden“ nochmal etwas an der frischen Luft herumlaufen. Und da dort just ein „Starbucks“ war, nahm ich den gleich ein.
„Starbucks“ (oder „Starbuckse“, also als Mehrzahl) sind nicht (also meiner bescheiden Meinung nach) mit denen in Deutschland (oder anderswo) zu vergleichen.
Die Qualität, Auswahl und der Preis sind unschlagbar! Ausschlaggebend dafür ist wohl (habe ich gelesen), die große Konkurrenz der guten (!) Convience-Stores und das „Essen und Trinken“ zur japanischen Lebensqualität dazugehören, also für alles erschwinglich sein soll.
Neben dem leckersten Sandwich (Graubrot (!), Ei (noch leicht flüssig), knackigem Salat, frischer Tomate (ja, auch die habe ich gegessen) und Ham hatte ich ein soooo verdammt leckers Süßding, das ich gleich nachgoogeln musste:
… aber dazu komm ich ein anderes Mal, da mich WordPress grade zur Weißglut bringt, da einiges wieder mal nicht klappt und ich mein Handy noch brauche (es bei weiteren Versuchen, aber sicher im Gleisbett landet!!!!!)
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