Es grünt so grün…

Ja, jetzt weiß ich auch, warum Sendai die „Die Stadt der Bäume“ genannt wird!

Heute ist Feiertag (Tag der Kultur (Bunka no Hi)) und ich laufe (ich kann, nach gestern, tatsächlich wieder laufen, auch, wenn mein angeknackster Zeh (und irgendwie auch der daneben) sich manchmal bemerkbar macht… aber, ein bisschen Schwund ist halt immer!) diesmal in eine der anderen Richtungen.

Doch, da ich gestern so abrupt aufgehört habe, knüpfe ich erstmal dort wieder an, wo ich gestoppt habe!

Ich ließ mich gestern ins „Nakamoto Seishi Contemporary Art Museum“ kutschieren. Ein kleines, privat geführtes Kunstmuseum mitten in einem Wohngebiet.

(„Higashi-Katsuyama (東勝山) ist ein ruhiges, familienfreundliches Wohnviertel auf den Hügeln im Norden von Sendai (Aoba Ward).“)

Die Uber-Fahrerin wunderte sich sehr und auch mir war nicht bewusst, wie privat dieses kleine Schmuckstück war!

Ein weißes, verschnörketes Gebäude mit einer Außentreppe zu einem zweiten Stockwerk.

Ich wurde gleich persönlich begrüßt, eine Frau kam aus dem Anbau, verbeugte sich, war sich anscheinend nicht ganz so sicher, ob ich bei ihr richtig gelandet bin. Als ich allerdings sagte, dass ich in das Museum wollte, strahlte sie und auf die Antwort der Frage, woher ich komme, war sie, glaube ich, umso erstaunter…es scheinen wohl nicht soviele westliche Touristin den Weg zu ihr zu finden.

Und das ist wirklich schade! Denn es war/ist ein richtig schönes, kleines Museum mit Werken von Seiji Nakamoto, dem Gründer und von wechselnden jungen, meist lokalen Künstlern… wirklich schön!!

So, dann stand ich nun im „Nirgendwo auf dem Berg“ und GoogleMaps versprach, dass ich zu Fuß in 53 Minuten zu Hause (also „Hotel-Zuhause“) bin.

53 Minuten…ein Klacks!!

Allerdings verlor Maps ein paarmal die Orientierung, wollte mich durch durchgangsverbotene Gelände schicken (und das immer wieder im Kreis) und ich habe die Hügel Sendais unterschätzt.

War ich kaputt, war ich fertig!!!

Ich schaffte es grade noch meine Wäsche vom „Wash and Fold“ (schön gewaschen und gefaltet) abzuholen, einen Großeinkauf bei 7Eleven zu tätigen und dann wurden die letzten Schritte zur quälenden Qual und das Bett im Zimmer zur erlösenden Erlösung!!

Um 15:00 zog ich mir mein Nachthemd an, fraß durchgehend bis 20:00 (Großeinkauf plus Mitbringsel von Hokkaido), schaute Netflix und Amazon Prime und genoß es!!!

Nach einer traumbewegten Nacht, frühstückte ich noch schnell die restlichen Reste des vorherigen Tages und freute mich auf ein Kulturfest im Botanischen Garten der Universität.

Etwas zu kühl angezogen (von den 16 Grad und Sonnenschein waren leider wenig zu spüren) ging ich Richtung Botanischen Garten und war entzückt von soviel Grün, Baum, Strauch und Wiese auf dem Weg!

Weniger enthusiastisch war ich dann allerdings, als ich ankam und die Veranstaltung sah.

Stramm stehende Mädchen in Uniform standen in Reihe vor einer anderen Reihe mit alten Menschen, die eine Rede nach der anderen hielten.

Der offizielle Park-Eingang  war zu, dafür der Nebeneingang mit, an Tischen sitzenden, in Kimonos gekleideten Damen, die den ankommenden Gäste, Karten und was zum Umhängen aushändigen.

Ich kam mir ein wenig wie ein Eindringling vor, wusste auch gar nicht wie/wo/was und da ich auch keine Muße auf stundenlange Reden hatte (hab ich ja, noch nicht mal auf deutsch…wieviel weniger dann auf japanisch!!), drehte ich um und ließ die Gesellschaft alleine (ich glaube auch, dass sie gut auf mich verzichten konnten!)

Nach einem kurzen Zwischenstopp im grünen Grün machte ich mich wieder auf (es fing auch an zu regnen, obwohl 0 Komma 0 Prozent Regen für heute angesagt war!), diesmal Richtung Kunstmuseum (The Miyagi Museum of Art).

Freier Eintritt wegen des Feiertags heute! Na, dass ist doch ne freudige Überraschung!! Doch leider hatte nur der untere Teil des Hauses auf, das ganze Obergeschoss blieb dem kunstliebenden Publikum leider verschlossen… etwas ernüchternd.

Viel (viel!) früher als gedacht, war ich also mit meinem Programm „durch“.

Also schlenderte ich, ganz entspannt, Richtung Hotel. Vorher wollte ich noch in ein Café, da ich heute Morgen nur grünen Tee hatte und gerne noch eine Tasse des schwarzen Gesöffs, namens Kaffee, zu mir nehmen wollte.

Dank (oder eher undank) des „Tags der Kultur“ hatte meine erste Caféwahl zu.

Ich suchte mir dann durch GoogleMaps ein anderes (da auch Cafés, in Japan, nicht immer von aussen auf den ersten Blick, als diese zu erkennen sind (wie die traditionellen Restaurants), wollte ich lieber auf Nummer sicher gehen und mir vorher was raussuchen!).

Das Café war auch zu? Oder nicht? Schwer zu sagen, bei dem davor waren die Rollläden runter und hier…ahhh, ein „Open“-Schild.

Zögerlich ging ich rein und stand in einem Mini-Laden mit 5 Tischen (4 Zweier und ein 4er-Tisch), wurde freundlich begrüßt und setzte mich an einen der freien Tische (groß war die Auswahl nicht, 2 waren schon besetzt und der 4er war reserviert).

Auf der Mittagsmenü-Karte stand „French-Toast“ in verschiedenen Varianten mit verschiedenen Topping.

Bei „normalem“ French-Toast mit Vanilleeis und einer Tasse Milch-Kaffee machte ich es mir gemütlich. Eine Menüwahl ganz nach meinem Geschmack!

Heute Abend nochmal rausgehen, dann morgen nach Tokio mit dem Shinkansen, Donnerstag Nacht dann im Flugzeug Richtung Istanbul und dann nach Rom.

Und ich muss sagen: Ich freue mich auf Italien!!!

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