Was freue ich mich, wenn es endlich Samstag ist!!
Heute ist Tag 1 (von 3) meines Transitwahnsinns!
(Alles Jammern auf höchstem Niveau…aber über irgendetwas muss ich mich ja schließlich auch beschweren!)
Mein Flug geht erst um 22:00 Uhr und, mit Zwischenstopp in Istanbul, lande ich gegen 9:45 in Rom-Fiumicino, kann allerdings erst um 16:00 Uhr in Focene in mein Airbnb…
Aber heute ist ja schließlich erst heute!
Und gestern war gestern…und da fange ich jetzt an…
Auf dem Bahnhofgleis in Sendai, vor der eingezeichneten Warteschlange für meinen reservierten Platz im Wagon 6, kam ich, in ein wunderbares Gespräch, mit einem älteren Pärchen aus Neuseeland.
Sie waren sich nicht sicher, welche die richtige Wartespur war, denn es waren zwei unterschiedliche, in zwei verschiedenen Farben, auf den Boden gemalt.
Ich hatte es vorher nochmal nachgegoggelt, da ich es tatsächlich auch vergessen hatte und konnte ihnen deshalb Auskunft geben.
Und da sie, wie ich, erst mit dem übernächsten Shinkansen fahren wollten, stellten wir uns hintereinander in die „grüne“ Reihe.
Was ein interessantes Paar!
Sie fliegen für 9 Tage zurück in die Heimat, dann geht es wieder nach Japan und diesmal reisen sie auf eine „Künstler-Insel“ mit echten Monet-Gemälden und traditionellen Unterkunft. Ausserdem waren sie schon überall (und haben beide auch viel im Ausland gearbeitet) und das alles haben sie, ohne jegliche Angabe oder Überheblichkeit, einfach ganz nonchalant und unaufgeregt erzählt.
Nach einem „High Five“ und „You go, girl“ von ihr, stiegen wir in den ankommenden Zug und jede*r ging seiner Wege.
Nachdem ein panisch-aufgeregter Japaner mich darauf hinwies, dass ich in seiner Sitzreihe stehe (was mir bewusst war, denn ich bin nur einfach, wie immer, auf der falschen Seite in den Großwagon reingestiegen und wollte die Menschen, die mir entgegen kamen, netterweise vorbei lassen), fand ich dann auch meinen Platz. Den Platz für den Koffer zu organisieren war etwas schwieriger, da der „gemeine Reisemensch“ gestern, irgendwie mehr Gepäck dabei hatte und mir ein Japaner helfen musste, meinen Koffer auf der oberen Abstellfläche irgendwie dazwischen zu quetschen.
Für die Etappe „Tokio-Station“ – „Mercure Haneda-Airport Hotel“, entschied ich mich für ein Uber. War zwar absolut nicht kostenlos, aber mit Koffer und Co. gegen 15:00 in die vollen U-Bahnen und dann nochmal 10 Minuten Gepäckschleppen zum Hotel…Nee, also nee!!! Nee!
Und, nicht nur, dass es die bequemste, es war auch die trockenste Variante…denn es regnete in Strömen!
(O.k., also ganz trocken blieb ich nicht, da als Abholstelle „Station Tokio“ nicht unbedingt der übersichtlicheste Treffpunkt ist, ich zwar einen bestimmten Ausgang hatte, der mich zur Orientierung orientieren sollte, verlor ich diese (also die Orientierung) doch ziemlich schnell, bei sovielen Ausgängen. Eine nette Paarung aus einer Frau und einem Mann, die eine Umfrage führten, wegen eines Wäscheservices, welches sie starten wollen, halfen mir ein wenig aus der Bredouille, begleiteten mich sogar „durch den Monsun“ (naja, eher doch normaler Regen halt, normal aber durchgehend!). Allerdings fing dann die Navi-Ortung an zu springen, so dass ich, wie ein gehetzter, nasser Hund hin-und her und von einer Straßenseite zur anderen geschickt wurde…. Bis ich dem Uber-Fahrer ne Nachricht schickte, wo ich stehe und dass ich einen langen orangenen Mantel anhabe.
Der Mantel, bzw. dessen strahlendes Orange, hat mich „gerettet“, er fuhr irgendwann auf der anderen Seite (der riesigen Straße) lang und winkte mir aus dem Auto zu.)
Das „Mercure-Haneda-Airport-Hotel“ war ein krönender Japan-Hotel-Abschluß.
Ich gönnte mir ein Abendessen im mercurischen Restaurant und auch, wenn die Portion tatsächlich mini war, der Preis dafür maxi, war es immer noch um einiges günstiger, als Essengehen im Deutschland!
(Uiuiui ..das wird ne Umstellung in Italien für mich!! Wobei ich auf Pantelleria wahrscheinlich eh eher selbst kochen „muss“)
Danach noch ein Drink an der Bar (trotz meines Alters kam ich mir da eher wie eine Teenagerin vor…sooft sitz ich nicht alleine an einer Bar!) und wie das an Hotelbars so ist, erzählt jede*r allen seine Lebensgeschichte…
Der Mercure-Service hatte am nächsten Morgen (heute früh), den Shuttlebus, der alle halbe Stunde fährt, zur Verfügung gestellt…herrlich!
Ich ließ mich direkt zu Terminal 3 fahren, denn da geht heute Nacht nicht nur mein Flieger ab, hier sind auch die Onsen, die ich besuchen wollte!
(„Das Izumi Tenku no Yu ist ein 24 Stunden geöffnetes Thermalbad (Onsen) auf der 12. Etage der Haneda Airport Garden Mall, die direkt mit dem Terminal 3 verbunden ist.
• Ausstattung: Natur-Onsen (Heißquelle), Freiluft-Dachbäder (Blick auf Landebahnen oder Mt. Fuji), Saunen, 24h-Restaurant und ein Ruheraum mit Liegesesseln.“)
Vorher noch mein Gepäck (Koffer plus großen Rucksack) abgeben…hach fühlt sich das (Reisen) auf einmal leicht an!
Und dann hoch in den F4 zu den Restaurants. Und da sind Restaurants!!! Eines neben dem anderen!
Ich habe mich nochmal für ein traditionelles entschieden und bestellte mir ein Lunch-Set. Noch einmal profimäßig mit Stäbchen essen und verwunderte Dinge probieren, deren Geschmack mir völlig fremd ist.
(Da fällt mir ein: ausser dem „Natto“-Reinfall habe ich kein einziges Mal (!!!!!) hier in Japan Sushi gegessen 🤯!!!)
Danach ging ich in die Onsen und liege grade im Ruhebereich.
Dass ich vergessen habe, mir mein Tattoo abzukleben, ist mir erst aufgefallen, als ich andere „Tättoowierte“ sah…aber dann scheint es hier ja nicht so problematisch zu sein.
Natürlich hab ich wieder zig Sachen falsch gemacht (von der „japanischen Grundreinigung“ über Handtuch bis zum richtigen „Lounge-Outfit“) und ich werde, wenn ich ab Ende November wieder in Darmstadt bin, einmal drauf achten, ob „wir“ auch soviele Regeln haben, die „falsch“ gemacht werden können!
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